18 December 2025, 02:43

Rechtsextreme Aktivistin unterstellt Verfassungsschutz „Antifa“-Unterstützung – was steckt dahinter?

Eine Gruppe von Menschen, die drinnen stehen, einer hält ein Foto mit 'Senator Debbie Clary Highway' darauf, mit einer Flagge, einer Wand, einer Tür und Lichtern im Hintergrund.

Rechtsextreme Aktivistin unterstellt Verfassungsschutz „Antifa“-Unterstützung – was steckt dahinter?

Verfassungsschutz ist Antifa? Rechtsextreme Aktivistin teilt alten Post nach US-Sanktionen

Teaser: Die rechtsextreme Aktivistin Naomi Seibt behauptet, der Verfassungsschutz unterstütze die "Antifa" – und damit eine terroristische Organisation. Was steckt dahinter?

2. Dezember 2025, 14:05 Uhr

Die rechtsextreme Aktivistin Naomi Seibt hat dem deutschen Inlandsgeheimdienst, dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), vorgeworfen, die "Antifa" zu unterstützen – eine Behauptung, die auf einem älteren Social-Media-Beitrag basiert. Die Kontroverse entsteht vor dem Hintergrund ihres Umzugs in die USA im Jahr 2024 und eines kürzlichen Asylantrags dort. Unterdessen haben deutsche Behörden ihre Position zur Beobachtung extremistischer Gruppen nach geltendem Recht klargestellt.

Seibts Vorwurf bezieht sich auf einen Post des BfV Niedersachsen von 2024 auf der Plattform X, in dem es hieß: "Wir sind auch Antifa." Die Behörde erklärte später, damit sei eine antifaschistische Haltung gemeint gewesen – nicht die Unterstützung einer konkreten Organisation. Der Begriff "Antifa" umfasst ein breites Spektrum, von nicht-extremistischen Aktivisten bis hin zu linksextremistischen Gruppen.

Sowohl das Bundesamt für Verfassungsschutz als auch die Landesbehörde Niedersachsen beobachten linksextremistische Organisationen aktiv, sofern konkrete Anhaltspunkte die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Die Berichte aus dem Jahr 2024 bestätigen, dass die Überwachung von Gruppen, die mit Gewalt oder Extremismus in Verbindung stehen, fortgesetzt wird. Die Bundesregierung unterstützt diesen gezielten Ansatz, lehnt jedoch eine pauschale Beobachtung aller unter dem Label "Antifa" agierenden Gruppen ab.

Mitte November 2025 stufte die US-Regierung mehrere europäische "Antifa"-Gruppierungen als terroristische Organisationen ein. Diese Entscheidung fiel kurz nach Seibts Asylantrag in den USA Ende Oktober 2025, wo sie mittlerweile lebt.

Die deutschen Sicherheitsbehörden bewerten linksextremistische Gruppen weiterhin im Einzelfall – insbesondere dann, wenn sie die Kriterien für Extremismus erfüllen. Die Haltung des BfV bleibt damit deutlich von Seibts Darstellungen abgegrenzt, während die US-Maßnahmen gegen bestimmte "Antifa"-Strömungen die Debatte um eine weitere Facette bereichern. In Deutschland bleiben Überwachungsentscheidungen an rechtliche Standards gebunden – und nicht an pauschale ideologische Zuordnungen.