21 March 2026, 22:17

Radikale Feminismus-Oper Sancta polarisiert mit religiöser Provokation und Körperkunst

Plakat für das Théâtre de l'Opéra in Paris mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem blauen Schal, ihre Haare zu einem Dutt gebunden, vor einem tiefblauen Hintergrund mit Sternen und schwarzer Schrift, die "Theater der Oper" lautet.

Radikale Feminismus-Oper Sancta polarisiert mit religiöser Provokation und Körperkunst

Ein mutiges neues Opernwerk erschüttert die Welt der klassischen Aufführungen.Sancta, eine radikale Neuerfindung von Paul Hindemiths einst abgelehntem Sancta Susanna, rückt Frauen in den Mittelpunkt der religiösen und künstlerischen Geschichte. Die Produktion, eine Mischung aus Oper und Performance-Kunst, hat bereits heftige Reaktionen ausgelöst – darunter medizinische Vorfälle bei der Premiere.

Das Stück entstand als Antwort auf Hindemiths Werk von 1921, das wegen seiner provokanten Themen der Zensur zum Opfer fiel. Fast ein Jahrhundert später hat die Choreografin Florentina Holzinger daraus eine feministische Feier der Messe gemacht, in der liturgische Musik mit Pop und Metal verschmilzt. Ihre Version, beschrieben als eine "körperpolitische" Rückeroberung religiöser Bildsprache, feierte im April 2026 am Opera Ballet Vlaanderen in Antwerpen Premiere.

Trotz einer deutlichen Trigger-Warnung führte die Uraufführung zu mehreren Einsätzen des Rettungsdienstes. Dirigentin Marit Strindlund, die Holzingers Ophelia's Got Talent bereits schätzte, gab zu, dass die harten visuellen Elemente der Produktion schwer zu ertragen seien. Dennoch verteidigte sie deren Notwendigkeit – sie hielten die Energie des Werks aufrecht und zwängen das Publikum, sich mit geschlechtlicher Ungleichheit auseinanderzusetzen.

Strindlund räumte auch die Herausforderungen von Sanctas unkonventionellen Methoden ein. Die Oper verbindet extreme Bilder, konfrontative Ausdrucksformen und experimentelle Techniken – selbst für erfahrene Künstler eine Grenze. Holzingers Ansatz bleibt dabei kompromisslos inklusiv, aufklärerisch und kritisch; sie nutzt den Schock, um historisches Schweigen zu brechen.

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Das deutsche Publikum erlebt Sancta in diesem Herbst an der Staatsoper Stuttgart. Die Vorstellungen finden am 3., 4. und 5. Oktober statt, weitere Aufführungen folgen am 1. und 2. November. Die Produktion verspricht, ebenso polarisierend wie unvergesslich zu werden.

Holzingers Sancta zwingt zu einer Auseinandersetzung mit den ausgeblendeten Rollen von Frauen im Christentum. Indem sie Sakrales und Profanes, Tradition und Rebellion verschmilzt, fordert die Oper nicht nur als Kunst, sondern als Akt der Rückeroberung Aufmerksamkeit. Die anstehende Spielzeit in Stuttgart wird zeigen, ob das Publikum bereit ist für eine so eindringliche Herausforderung.

Quelle