04 May 2026, 08:22

Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimawandel-Demonstration in Berlin teilnehmen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimagruppen hat sich gegen die Pläne für ein neues gasbefeuertes Kraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die Anlage auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, errichten. Gegner argumentieren jedoch, dass das Vorhaben den Klimazielen der Stadt widerspricht. Zehn offizielle Einsprüche wurden mittlerweile bei der zuständigen Behörde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), eingereicht.

Das Bündnis, zu dem unter anderem Scientists for Future und der BUND Mainz gehören, kritisiert das 44-Millionen-Euro-Projekt als Rückschritt. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnete die Investition als „Festlegung auf veraltete, konventionelle Gaskraftwerkstechnologie für Jahrzehnte“. Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz fügte hinzu, dass gaserzeugter Strom „teuer und extrem klimaschädlich“ bleibe und damit das Ziel von Mainz, bis 2035 klimaneutral zu werden, untergrabe.

Die Gruppen stellen auch die Behauptungen von KMW zur späteren Umstellung auf Wasserstoff infrage. Sie zweifeln daran, ob ein solcher Wandel realistisch, ökologisch sinnvoll oder wirtschaftlich tragfähig wäre. Stattdessen verweisen sie auf Batteriespeicher als erprobte und kostengünstige Alternative – die Produktionskosten seien in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken, von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro heute.

Eine für den 7. Mai geplante öffentliche Anhörung wurde abgesagt, nachdem die SGD Süd die Einsprüche als „hinreichend begründet und konkret“ eingestuft hatte. Das Bündnis drängt nun auf direkte Gespräche mit der SGD Süd und KMW, um klimaneutrale Alternativen zu prüfen und eine breitere öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu sichern.

Die Einsprüche haben das Projekt verzögert und die Behörden zum Umdenken gezwungen. Die Forderungen des Bündnisses nach Dialog und nachhaltigen Lösungen könnten die Debatte über die Energiezukunft von Mainz neu prägen. Vorerst bleibt das geplante Kraftwerk in der Schwebe, während die Diskussionen weitergehen.

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