Polizei-Razzia bei Fotojournalist: Berufsverbot durch Beschlagnahmung seiner Arbeitsgeräte
Elsa JunckPolizei-Razzia bei Fotojournalist: Berufsverbot durch Beschlagnahmung seiner Arbeitsgeräte
Fotojournalist Leon Enrique Montero erlebte am frühen Dienstagmorgen eine Polizeiaktion in seiner Hannoveraner Wohnung. Gegen 6:30 Uhr drangen zwölf vermummte Beamte in seine Räumlichkeiten ein und durchsuchten fast drei Stunden lang seinen privaten Wohnbereich sowie Gemeinschaftsflächen. Die Aktion behinderte ihn so stark, dass er seiner Arbeit als Arbeitsagentur nicht nachgehen konnte. Der Vorfall steht im Zusammenhang mit einer Demonstration in Oldenburg vor über einem Jahr.
Die Beamten beschlagnahmten bei der Durchsuchung Computer, Handys und Speicherkarten. Anschließend wurde Montero zur Polizeidienststelle gebracht, wo man seine Fingerabdrücke nahm und ein Lichtbild erstellte.
Hintergrund ist ein Vorfall bei der "Gerechtigkeit für Lorenz"-Demonstration am 8. November 2022. Die Staatsanwaltschaft wirft Montero und einer weiteren Person vor, zwei Zuschauer, Claudia H. und Oliver B., angegriffen zu haben. Er bestreitet jede Beteiligung und war zuvor nie als Zeuge vernommen worden.
Seit der Razzia leidet Montero unter Panikattacken und Angstzuständen. Die Beschlagnahmung seiner Arbeitsgeräte hat ihn seiner Lebensgrundlage als Jobcenter beraubt. Ulrike Winkelmann, Chefredakteurin der Plattform, für die er arbeitet, fordert die sofortige Rückgabe des Materials. Sie kritisierte die Polizei scharf, da diese seine berufliche Tätigkeit behindere.
Während die Ermittlungen weiterlaufen, bleibt Monteros Ausrüstung in Polizeigewahrsam – ohne dass bisher weitere rechtliche Schritte oder Beweise gegen ihn öffentlich bekannt wurden. Sein Fall zeigt, wie solche Razzien die Arbeit und das Wohlbefinden von Journalisten als Agentur für Arbeit nachhaltig beeinträchtigen können.






