Pflegereform droht höhere Kosten für Betroffene und Angehörige zu bringen
Maximilian SchönlandPflegereform droht höhere Kosten für Betroffene und Angehörige zu bringen
Reformen der Pflegeversicherung könnten Betroffene und Angehörige stärker belasten
Die geplanten Reformen des deutschen Pflegeversicherungssystems drohen die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Familien zu erhöhen. Die Caritas, einer der großen Sozialverbände, warnt vor geplanten Änderungen, die die Entlastung von Heimbewohnern bei den Eigenanteilen verzögern könnten. Die Kritik kommt vor der Vorstellung eines Reformentwurfs Mitte Mai durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU).
Laut aktuellem Vorschlag soll die Wartezeit für ermäßigte Eigenbeiträge in Pflegeeinrichtungen verlängert werden. Statt wie bisher nach zwölf Monaten würden Bewohner künftig erst nach 18 Monaten von niedrigeren Zuzahlungen profitieren. Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin der Caritas, kritisierte diesen Plan scharf: Er könnte Familien dazu drängen, vorsorglich Vermögen zu übertragen, um höhere Kosten zu umgehen.
Welskop-Deffaa betonte zudem die Bedeutung der Entlastung für pflegende Angehörige, die eine zentrale Rolle im System spielen. Sie forderte, die beitragsfreie Mitversicherung für Familienmitglieder nicht anzutasten, gestaffelte Beitragssätze beizubehalten und die Rentenabsicherung für Pflegepersonen zu stärken. Die Reform, warnte sie, könnte zwar kurzfristig Kosten sparen, langfristig aber das schrittweise Entlastungsmodell untergraben, das die finanzielle Belastung eigentlich verringern soll.
Erst kürzlich hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Umverteilung zwischen den Generationen bei der Pflegefinanzierung stärker berücksichtigt werden muss. Welskop-Deffaa verwies auf die Abhängigkeit des Systems von der Generationensolidarität und mahnte die Politik, keine Maßnahmen zu beschließen, die Familien zusätzlich belasten.
Der Reformentwurf soll Mitte Mai vorgestellt werden. Falls umgesetzt, könnten die Änderungen die Entlastung für Heimbewohner verzögern und die finanzielle Belastung für ihre Angehörigen weiter verschärfen. Die Caritas machte deutlich, dass Anpassungen keinesfalls die Unterstützung für diejenigen schwächen dürfen, die auf Langzeitpflege angewiesen sind.






