01 January 2026, 14:49

PFAS-Alarm in Niedersachsen: BUND-Studie stellt Trinkwasserqualität infrage – Behörden widersprechen

Wasser am Bildrand mit Grünzeug im Hintergrund.

PFAS-Alarm in Niedersachsen: BUND-Studie stellt Trinkwasserqualität infrage – Behörden widersprechen

Eine aktuelle Studie der Umweltorganisation BUND hat Bedenken hinsichtlich der Trinkwasserqualität in Niedersachsen aufgeworfen. Bei Tests wurden in 42 von 46 Proben PFAS-Chemikalien nachgewiesen – teilweise in Konzentrationen, die künftige Grenzwerte überschreiten. Behörden und Branchenvertreter widersprachen jedoch den Ergebnissen und betonten, das Wasser sei weiterhin bedenkenlos trinkbar.

Im Mittelpunkt der BUND-Untersuchung standen Wasserproben aus Schladen, wo Forscher in nahezu allen getesteten Leitungsnetzen PFAS – oft als 'Ewigkeitschemikalien' bezeichnet – nachwiesen. Lokale Nachrichten berichteten über den symbolträchtigen Charakter der Probennahme, bei der auch Journalisten anwesend waren.

Die SPD-Politikerin Dunja Kreiser kritisierte die Methodik der Studie und argumentierte, die Proben seien weder fachgerecht noch repräsentativ entnommen worden. Zudem verwies sie darauf, dass Hausinstallationen Messergebnisse verfälschen und zu irreführenden Werten führen könnten. Sowohl Kreiser als auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) versicherten, das aktuelle Trinkwasser erfülle sämtliche gesetzliche Sicherheitsvorgaben. Sie betonten, dass nach geltendem Recht keine langfristigen Gesundheitsrisiken für Verbraucher bestünden.

Die Debatte spiegelt unterschiedliche Auffassungen zu Sicherheitsstandards und Testverfahren wider. Während die BUND-Ergebnisse auf mögliche künftige Überschreitungen von Grenzwerten hindeuten, halten Behörden das Trinkwasser in Niedersachsen nach heutigem Stand für sicher. Mit der bevorstehenden Verschärfung der PFAS-Grenzwerte dürfte die Diskussion weiter an Fahrt aufnehmen.