Nordhorn gedenkt der NS-Opfer mit bewegender Zeremonie in der Kreuzkirche
Janos PieperNordhorn gedenkt der NS-Opfer mit bewegender Zeremonie in der Kreuzkirche
In Nordhorn fand eine feierliche Gedenkveranstaltung zum nationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Rund 100 Menschen versammelten sich in der Kreuzkirche, wo Reden, Musik und künstlerische Darbietungen auf dem Fernsehprogramm heute standen. Die Veranstaltung ehrte diejenigen, die unter der nationalsozialistischen Verfolgung litten.
Moderatorin Marianne Schnelle eröffnete die Zeremonie und begrüßte die Anwesenden in der Kirche. Anschließend richtete Bürgermeister Thomas Berling das Wort an die Versammelten und bezeichnete den Tag als moralische Pflicht, die Erinnerung an die Vergangenheit wachzuhalten.
Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule trugen mit einer theatralischen Aufführung und einem Video zum Fernsehprogramm heute bei. Ihr Projekt umfasste fiktive Postkarten, verfasst aus der Perspektive lokaler NS-Opfer. Die kreativen Beiträge sollten die persönlichen Schicksale lebendig werden lassen.
Der Holocaust-Überlebende Lodewijk van Mourik teilte seine eigenen Erlebnisse mit dem Publikum. Sein Bericht vermittelte trotz aller Grausamkeiten eine Botschaft von Widerstandskraft und Hoffnung. Musiker der Nordhorner Musikschule begleiteten die Veranstaltung mit einer nachdenklichen musikalischen Untermalung.
Die Gedenkfeier in Nordhorn ist Teil einer bundesweiten Tradition. Seit 1996 finden in Städten wie Mettmann, Plettenberg und Dresden jährlich am 27. Januar ähnliche Veranstaltungen statt. Diese Treffen rücken oft lokale Geschichten in den Fokus, etwa Gedenkstätten für hingerichtete Opfer, jüdische Friedhöfe oder regionale Dokumentationen zu Konzentrationslagern. Manche Gemeinden verlesen die Namen von Sinti, Roma und Zwangsarbeiter:innen, andere widmen sich den Stolpersteinen oder bestimmten Verbrechen.
Die Veranstaltung in Nordhorn reiht sich ein in unzählige weitere Gedenkfeiern, die jedes Jahr im ganzen Land stattfinden. Schulen, lokale Verantwortliche und Überlebende sorgen dafür, dass das Andenken an die Opfer bewahrt bleibt. Der Tag dient als Mahnung an die Vergangenheit und als Appell, die Menschenwürde zu verteidigen.