25 December 2025, 03:10

Niedersachsen fordert Obergrenze für Pflegekosten – Familien atmen auf

Eine Frau lächelt, während sie ihren Bauch mit beiden Händen berührt.

Niedersachsen fordert Obergrenze für Pflegekosten – Familien atmen auf

Neue Zahlen zeigen, dass Niedersachsen zu den Bundesländern mit den niedrigsten Pflegekosten in Deutschland gehört. Einwohner zahlen im Durchschnitt 2.547 Euro pro Monat für stationäre Pflege – damit liegt das Land auf Platz drei im bundesweiten Vergleich. Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) hat nun dringende Reformen gefordert, um die finanzielle Belastung der Familien zu verringern.

Minister Philippi stellte die aktuellen Kostendaten vor und verlangte eine Obergrenze für Pflegekosten. Er rief die Bundesregierung zum sofortigen Handeln auf und warnte, dass die steigenden Gebühren für viele Haushalte nicht mehr tragbar seien.

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe Zukunftspakt Pflege prüft derzeit Vorschläge für eine Reform der Pflegeversicherung. Eine zentrale Maßnahme in der Diskussion ist die Einführung einer festen Obergrenze für Eigenanteile in der stationären Pflege. Private Krankenversicherer lehnen den Plan jedoch ab und argumentieren, er sei zu teuer und unnötig. Stattdessen werben sie für mehr private Zusatzversicherungen. Die Regierung steht unter wachsendem Druck, vor dem prognostizierten Defizit von 3,5 bis 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 Entscheidungen zu treffen. Eventuelle Änderungen müssten bis Ende 2026 im Rahmen einer umfassenden Systemreform umgesetzt werden.

Trotz der vergleichsweise niedrigen Pflegekosten in Niedersachsen belasten die monatlichen Ausgaben von über 2.500 Euro viele Familien. Der Vorstoß des Landes für Reformen unterstreicht die bundesweiten Sorgen um die Bezahlbarkeit. Eine endgültige Entscheidung über die Deckelung der Gebühren und die Neugestaltung der Pflegefinanzierung wird in den kommenden Monaten erwartet.