13 March 2026, 14:20

Niedersachsen diskutiert über flächendeckendes Handyverbot an Schulen gegen Mobbing und Gewalt

Ein Klassenraum in Nigeria mit Schülern, die Gesichtsmasken tragen und auf Bänken sitzen oder stehen, mit Büchern und Gegenständen auf Tischen, Fenstern, einer Tür, einer Wand, einer Decke mit Lampen und Ventilatoren im Hintergrund.

Schulleitungen drängen auf Handyverbot in Schulen - Niedersachsen diskutiert über flächendeckendes Handyverbot an Schulen gegen Mobbing und Gewalt

Schulleitungen und Lehrkräfte in Niedersachsen fordern gesetzliches Handyverbot an Schulen

Schulleiter und Lehrkräfte in Niedersachsen setzen sich für ein flächendeckendes gesetzliches Verbot von Handys an Schulen ein. Sie argumentieren, dass die aktuellen, von den einzelnen Schulen festgelegten Regeln nicht ausreichen, um Mobbing, Gewalt und sinkende schulische Leistungen zu verhindern. Der Aufruf kommt nach Berichten über gewalttätige Übergriffe, Sexualdelikte und massive Störungen im Unterricht, die mit der Nutzung von Smartphones in Verbindung stehen.

Der Verband der Schulleiter in Niedersachsen (SLVN) und der Niedersächsische Lehrerverband (VNL) fordern nun eine gesetzliche Regelung. Torsten Neumann, Vorsitzender des VNL, verwies auf Fälle extremen Gruppenzwangs, sexualisierter Sprache und öffentlicher Bloßstellung in Klassenchats. Zudem betonte er, dass zwar fast alle Schulen Nutzungsregeln für Handys hätten, diese jedoch selten konsequent durchgesetzt würden.

Matthias Aschern, Vorsitzender des SLVN, schilderte Vorfälle, bei denen Schülerinnen und Schüler angegriffen oder sexuell missbraucht wurden, um die Taten zu filmen und die Opfer zu demütigen. Zudem führte er an, dass die nachlassende Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu schlechteren schulischen Leistungen führe. Die Verbände kritisieren den aktuellen dezentralen Ansatz, bei dem jede Schule eigene Regeln aufstellt, als unzureichend und inkonsistent.

Mehrere Bundesländer, darunter Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen, haben in den vergangenen Jahren bereits Handyverbote eingeführt. In Bayern, wo seit 2020 strengere Regeln gelten, berichten 80 Prozent der Lehrkräfte von besserer Konzentration und weniger Mobbing. Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen hält jedoch am dezentralen Modell fest und lehnt ein gesetzliches Verbot ab.

Befürworter eines Verbots verweisen auf erfolgreiche Beispiele aus anderen Bundesländern. In Bayern hat sich ein vollständiges Verbot während des Unterrichts – mit wenigen Ausnahmen – bei den Lehrkräften bewährt. Andere Regionen wie Nordrhein-Westfalen setzten auf flexible Lösungen, etwa Handy-Schließfächer, doch deren konsequente Umsetzung gestaltete sich schwieriger.

Die Debatte in Niedersachsen spiegelt die bundesweiten Bedenken hinsichtlich des problematischen Smartphone-Gebrauchs an Schulen wider. Ohne ein gesetzliches Verbot, warnen Kritiker, würden Probleme wie Gewalt, Cybermobbing und mangelnde Konzentration weiter bestehen. Die Landesregierung bleibt indes bei ihrer Haltung und überlässt es den einzelnen Schulen, das Problem eigenständig zu lösen.

Quelle