28 December 2025, 18:58

Neue ICE-Strecke zwischen Hamburg und Hannover: Wirtschaftlich sinnvoll, aber ökologisch umstritten

Zwei Züge auf Schienen mit einem Zaun im Vordergrund, Pfosten mit einem mit einer Signalleuchte, ein Auto auf der Straße rechts, Gebäude im Hintergrund und Himmel oben.

Hamburg-Hanover neue Strecke als wirtschaftlich sinnvoll eingestuft - Neue ICE-Strecke zwischen Hamburg und Hannover: Wirtschaftlich sinnvoll, aber ökologisch umstritten

Neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hamburg und Hannover für wirtschaftlich sinnvoll erklärt

Das Bundesverkehrsministerium hat eine geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hamburg und Hannover für wirtschaftlich tragfähig erklärt. Die neue Verbindung soll eine der meistbefahrenen Strecken Deutschlands entlasten. Doch das Projekt stößt auf Widerstand von Umweltschützern und Anwohnern, die ökologische Schäden befürchten.

Die bestehende Strecke Hamburg–Hannover zählt laut Deutsche Bahn zu den am stärksten überlasteten des Landes. Eine Verkehrsprognose für 2040 sagt weiter steigende Fahrgastzahlen voraus, weshalb ein Neubau praktikabler sei als der Ausbau der bestehenden Trasse. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt aktuell bei 1,5 – ein Wert über 1 gilt als wirtschaftlich vertretbar.

Der Plan greift eine Idee aus den 1990er-Jahren auf, als eine sogenannte „Y-Trasse“ zwischen den beiden Städten diskutiert, aber nach massiven Protesten verworfen wurde. Diesmal moniert die Grünen-Politikerin Matthias Gastel, dass die DB möglicherweise eine 2010 getroffene Vereinbarung zum Vorrang des Ausbaus bestehender Strecken nicht eingehalten habe. Zwar bestätigte die Bundestagsabgeordnete die wirtschaftliche Machbarkeit des Projekts, forderte aber weitere Prüfungen. Bürgerinitiativen lehnen die Strecke wegen befürchteter Umweltschäden ab, insbesondere für die Heidelandschaften. Der NABU Niedersachsen und der Landesjagdverband warnen vor Störungen für scheue Rotwildbestände.

Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verlangte eine räumliche Verträglichkeitsprüfung, um die ökologischen Risiken zu bewerten. Die Grünen-Fraktion setzt sich zudem für zusätzliche Regionalhaltepunkte ein, damit auch das Umland von der neuen Verbindung profitiert.

Das Vorhaben geht mit wirtschaftlicher Rückendeckung voran, muss aber noch Umwelt- und Bürgerbedenken ausräumen. Eine endgültige Entscheidung hängt von weiteren Gutachten und Verhandlungen ab. Bei einer Genehmigung könnte die Strecke die Überlastung auf einer der wichtigsten Bahnverbindungen Deutschlands deutlich verringern.