15 December 2025, 04:34

Nächtliche Mähroboter: Warum Niedersachsen noch immer auf ein Verbot wartet

Ein Hund steht auf Gras in einer schwach beleuchteten Umgebung.

Nächtliche Mähroboter: Warum Niedersachsen noch immer auf ein Verbot wartet

Tödliche Nächte für Wildtiere halten an

Anzeiger Eine Anhörung im niedersächsischen Landtag zeigte Unterstützung für ein Verbot des nächtlichen Betriebs von Rasenmähern. Konkrete Maßnahmen bleiben jedoch unklar.

In Niedersachsen hat eine Petition für ein Verbot von robotergesteuerten Rasenmähern in der Nacht bereits über 6.600 Unterschriften gesammelt. Die von Diedrich Kleen initiierte und vom NABU Niedersachsen unterstützte Kampagne zielt darauf ab, nachtaktive Tiere wie Igel vor tödlichen Verletzungen zu schützen. Trotz breiter politischer Zustimmung gibt es bisher keine verbindlichen Beschlüsse.

Das Thema wurde in einer öffentlichen Anhörung im niedersächsischen Landtag diskutiert. Zwar sprachen sich Vertreter mehrerer Parteien grundsätzlich für das Verbot aus, doch konkrete Schritte blieben aus. Der NABU Niedersachsen kritisierte im Anschluss die Untätigkeit und warnte vor einem "gefährlichen Verantwortungsvakuum", da sich Landes-, Bundes- und EU-Behörden gegenseitig die Schuld zuschoben, ohne selbst Initiative zu ergreifen.

Bundesumweltminister Christian Meyer forderte strengere nächtliche Regelungen für Mähroboter, um Lärm in Schutzgebieten zu reduzieren. Allerdings setzte er den Punkt nicht auf die Tagesordnung der nächsten Umweltministerkonferenz am 20. Dezember 2025. Stattdessen wurde die Angelegenheit vertagt, um sie mit den laufenden EU-Diskussionen zu Lärmstandards abzustimmen, die für November 2025 geplant sind.

Unterdessen sterben weiterhin Tiere durch Mähroboter, da die Erkennungstechnologie unzureichend ist und politische Maßnahmen auf sich warten lassen. Der NABU Niedersachsen setzt nun auf Aufklärung und ruft Gartenbesitzer sowie Kommunen dazu auf, bis zum Inkrafttreten von Gesetzen sicherere Praktiken anzuwenden.

Die Organisation drängt auf bundesweite Regelungen und forderte Minister Meyer auf, das Thema auf der anstehenden Umweltministerkonferenz vorrangig zu behandeln.

Der Erfolg der Petition zeigt, wie groß die öffentliche Besorgnis ist – doch politisch tut sich wenig. Ohne klare Führung bleibt das Problem bestehen, und die Tierwelt bleibt in Gefahr. Der NABU Niedersachsen fordert weiterhin konkrete Schritte und wirbt unterdessen mit Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen für Übergangslösungen.