Nach 400 Jahren schließt Angermündes letzte historische Apotheke für immer
Margret auch SchlauchinNach 400 Jahren schließt Angermündes letzte historische Apotheke für immer
Historische Apotheke in Angermünde schließt nach über 400 Jahren
Die Alte Apotheke in Angermünde, einst als Adler-Apotheke bekannt, hat nach mehr als vier Jahrhunderten ihre Pforten geschlossen. Personalmangel zwang das traditionsreiche Haus zur Schließung – für die Einwohner der Stadt geht damit eine langjährige Gesundheitsinstitution verloren. Christian Toll, der die Apotheke seit 2014 führte, fand keinen Ersatz für die ausscheidende Filialleiterin.
Die Apotheke hatte über 400 Jahre lang durchgehend betrieben, bevor sie nun ihre Türen für immer schloss. Der 60-jährige Toll hatte das Geschäft 2014 übernommen und schätzte stets das historische Erbe des Gebäudes. Doch der Abschied der Filialleiterin ließ ihm keine andere Wahl, als die Alte Apotheke zu schließen.
Ausschlaggebend für die Entscheidung war der Mangel an qualifiziertem Personal. Toll konnte zwar zwölf Mitarbeiter in seiner Hauptapotheke halten – darunter vier aus der Alten Apotheke – doch der Fachkräftemangel machte einen Weiterbetrieb unmöglich. Zwar denkt er nicht an einen sofortigen Ruhestand, doch die beruflichen Herausforderungen hätten ihm die Freude an der Arbeit genommen, gibt er zu.
Mit dem Auslaufen des Mietvertrags zeigt sich bereits Interesse anderer Branchen an dem Gebäude. In Brandenburg selbst verlangsamte sich 2025 der Rückgang der Apotheken: Nur zehn schlossen im vergangenen Jahr, während vier neue eröffneten. Damit verbleiben 523 Apotheken in der Region.
Die Nachricht von der Schließung löste bei den Anwohnern Dankbarkeit aus. Viele bedankten sich bei Toll für seine jahrelange Dienstleistung für die Gemeinschaft.
Das Ende der Alten Apotheke markiert das Aus einer langen Tradition in Angermünde. Die Zukunft des Gebäudes bleibt ungewiss, auch wenn sich bereits andere Unternehmen für die Räumlichkeiten interessieren. Brandenburgs Apothekennetz schrumpft weiter – wenn auch nicht mehr so schnell wie in den Vorjahren.






