"Miss Germany" setzt auf Führung statt Schönheit – und polarisiert mit Hijab-Trägerinnen

Maximilian Schönland
Maximilian Schönland
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Eine Gruppe von Frauen in traditioneller bayerischer Tracht spaziert strahlend durch eine Straße, umgeben von Bäumen und Gebäuden, auf einem Schwarz-Weiß-Bild.Maximilian Schönland

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" setzt auf Führung statt Schönheit – und polarisiert mit Hijab-Trägerinnen

"Miss Germany"-Wettbewerb bricht mit traditionellen Schönheitsidealen

Der deutsche "Miss Germany"-Wettbewerb löst sich von seinen Wurzeln als klassische Schönheitswahl. An diesem Wochenende treten neun Finalistinnen um den Titel an – doch die Veranstalter setzen nun auf Führungskompetenz, Innovation und Unternehmergeist. Unter den Kandidatinnen sind auch zwei Frauen mit Hijab, die wegen angeblich "nicht deutscher" Herkunft Kritik erfahren.

Die Ausgabe 2026 hat sich neu ausgerichtet: Gesucht werden künftige DAX-Vorständinnen und erfolgreiche Gründerinnen. Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, Ärztin von Beruf, nutzt künstliche Intelligenz, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben. Zwei diesjährige Finalistinnen verkörpern den Wandel besonders: Amelie Reigl, Biologin, die in Labors menschliche Haut züchtet, und Anne Bäumler, die bei der Drogeriekette dm über 800 Mitarbeiter führt.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid – beide tragen Hijab und sehen sich seit dem Einzug ins Finale wachsender Kritik ausgesetzt. Sayed, Unternehmerin in der Modebranche, gründete ein Label, um die Sichtbarkeit von Frauen mit Hijab zu stärken, und tritt in der Kategorie "Female Founder" an. Ben Bouzid, Finalistin in "Female Leader", unterstützt frauengeführte Marken beim Wachstum ihrer Unternehmen.

Beide Frauen erlebten im Laufe ihres Lebens Rassismus und Sexismus; die Angriffe nahmen seit ihrer Nominierung noch zu. Dennoch bleiben sie entschlossen und betrachten ihre Teilnahme als Chance, kommenden Generationen Türen zu öffnen. Sie bestehen auf ihre deutsche Identität und stellen infrage, dass Äußerlichkeiten über Nationalität entscheiden.

Die neun Finalistinnen wurden aus über 2.600 Bewerberinnen ausgewählt. Neben Wissenschaftlerinnen und Unternehmerinnen zählt auch eine Pressesprecherin der Bundeswehr zu den Kandidatinnen – ein weiteres Zeichen für die neu gesetzten Prioritäten.

Die Siegerin wird an diesem Wochenende gekürt und markiert damit einen weiteren Schritt in der Neuausrichtung des Wettbewerbs. Die Veranstalter wollen die Rolle der "Miss Germany" neu definieren: Statt klassischer Schönheitskriterien stehen nun Führung und Innovation im Mittelpunkt. Die Finalistinnen – auch jene, die mit Vorurteilen kämpfen – werden weiterhin für mehr Repräsentation in der Zukunft des Wettbewerbs eintreten.

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