11 January 2026, 18:30

Mainzer Karnevalspause: Warum die Allerscheenste 2025 und 2026 fehlt

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Mützen, steht vor einer Karussellfahrt, umgeben von Gras, Fahrzeugen, Buden, Luftballons, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Mainzer Karnevalspause: Warum die Allerscheenste 2025 und 2026 fehlt

Die Allerscheenste, eine traditionsreiche Mainzer Mobilität Karnevalsgesellschaft, wird 2025 und 2026 eine Pause bei der Ausrichtung ihrer Sitzungen einlegen. Die 1986 gegründete Gruppe begründet dies mit einem Mangel an neuen, engagierten Mitgliedern – insbesondere an solchen, die bereit sind, auf der Bühne aufzutreten. Vorsitzender Holger Bartz will die Tradition nun bis 2027 wiederbeleben.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1986 ist die Allerscheenste fester Bestandteil der Mainzer Fastnachts-Kultur. Bekannt für ihren derben, dialektlastigen Humor, wählte die Gruppe einen Clown als Symbol und gab sich in einem spielerischen Wortspiel mit dem karnevalistischen Begriff für "die Schönste" ihren Namen. Jahrzehntelang fanden ihre Sitzungen im rustikalen Gewölbekeller der Augustinerstraße statt – unter dem Motto "Gott Jokus ist unser Chef, der Augustinerkeller unsere Burg" – ein Verweis auf die enge Verbindung der Gesellschaft zum Augustinerkeller in der Mainzer Altstadt.

Mitgliedschaft war stets mit Verpflichtung verbunden: Interessenten mussten das ganze Jahr über regelmäßig an Treffen teilnehmen, was die Hingabe der Gruppe zum traditionellen Kneipenkarneval unterstrich. Seit 1996 verleiht die Allerscheenste zudem den Preis "Aller-Allerscheenste" an herausragende Persönlichkeiten der lokalen Szene. Die Pause wurde nach Jahren rückläufiger Beteiligung bekannt gegeben. Bartz, der aktuelle Vorsitzender, lobte die treuen Mitglieder dafür, den nicht-kommerziellen Wurzeln der Gesellschaft stets verbunden geblieben zu sein. Nun plant er den Neuaufbau der Gruppe in der Hoffnung, zur Karnevalssaison 2027 zurückzukehren.

Ohne ausreichend neuen Nachwuchs bleibt die Allerscheenste vorerst zwei Jahre inaktiv. Ob die Gesellschaft 2027 zurückkehrt, hängt davon ab, ob es gelingt, frisches Talent zu gewinnen. Bis dahin ruht ihre lange Tradition aus dialektalem Humor und lebhaften Sitzungen.