Lothar Matthäus und der gescheiterte Rekordtransfer zu Real Madrid 1991
Elsa JunckLothar Matthäus und der gescheiterte Rekordtransfer zu Real Madrid 1991
1991 kam Real Madrid dem Wechsel des deutschen Mittelfeldspielers Lothar Matthäus für eine damals rekordverdächtige Ablösesumme sehr nahe. Der Deal platzte jedoch in letzter Minute, nachdem der Präsident des FC Inter Mailand, Ernesto Pellegrini, einen Verkauf verweigerte. Matthäus bezeichnete den gescheiterten Transfer später als verpasste Chance in seiner Karriere.
Erstmals Interesse an Matthäus zeigte Real Madrid bereits 1984 und bot für den Spieler 9 Millionen D-Mark (heute etwa 4,5 Millionen Euro). Diese Summe stellte damals einen europäischen Transferrekord auf und überbot sogar Diego Maradonas Wechsel für 5 Millionen Pfund zum FC Barcelona. Die Ablöse blieb bis 1987 unübertroffen, als Ruud Gullit für 6 Millionen Pfund zum AC Mailand wechselte.
Sieben Jahre später legte Real Madrid mit einem noch höheren Angebot nach: 18 Millionen D-Mark für Matthäus, der selbst den Wechsel dringend wollte. Der Transfer schien bereits perfekt, bis Inter-Präsident Pellegrini eingriff. Berühmt wurde seine Aussage, Matthäus sei wie ein Gemälde von Picasso – unveräußerlich, egal zu welchem Preis.
Der Deal scheiterte, und Matthäus blieb noch eine Saison bei Inter, bevor er 1992 zum FC Bayern München zurückkehrte. Auch die angespannten Beziehungen zwischen den Vereinen wegen des chilenischen Stürmers Iván Zamorano spielten eine Rolle beim gescheiterten Transfer. Matthäus verlor später mit Bayern zwei Champions-League-Finals, 1987 und 1999.
Der gescheiterte Wechsel hinterließ bei Matthäus Spuren – er gab später zu, es bereut zu haben, nicht zu Real Madrid gewechselt zu sein. Die rekordverdächtigen Angebote des Clubs und Pellegrinis unnachgiebige Haltung sorgten dafür, dass der Mittelfeldspieler vorerst bei Inter blieb. Seine spätere Rückkehr zu Bayern München markierte das Ende einer viel beachteten Transfergeschichte.






