26 December 2025, 21:49

Lies fordert Rentenreform: Eintrittsalter soll an Arbeitsjahre geknüpft werden

Treppen mit Geländern in der unteren rechten Ecke, Säulen auf der rechten Seite des Bodens, Autos in Gebäuden hinter den Säulen und Lampen auf der linken Seite mit sichtbarem Dach.

Lies fordert Rentenreform: Eintrittsalter soll an Arbeitsjahre geknüpft werden

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat die große Koalition in Deutschland aufgefordert, das Rentensystem mit Fokus auf Gerechtigkeit und Sicherheit zu reformieren. Vor den anstehenden Verhandlungen betonte der SPD-Politiker, dass Änderungen notwendig seien, um jüngere Arbeitnehmer besser zu unterstützen und die langfristige Stabilität des Systems zu gewährleisten. Zu seinen Vorschlägen gehört, das Renteneintrittsalter an die geleisteten Arbeitsjahre und nicht an die Lebenserwartung zu knüpfen.

Lies kritisierte den aktuellen Umgang mit der Rentenpolitik und warnte davor, dass starre parteipolitische Positionen Fortschritte blockieren könnten. Er regte an, dass CDU und CSU überlegen sollten, wie wirtschaftlich Bessergestellte – etwa Spitzenverdiener – fairer zum System beitragen könnten. Seine Vision umfasst eine Kombination aus staatlich gesicherter Absicherung und privater Vorsorge, um die finanzielle Sicherheit im Alter zu stärken.

Die Rentenkommission, ein 13-köpfiges Gremium, das vom Bundeskabinett eingesetzt wurde, leitet die Reformgespräche. Den Vorsitz teilen sich der ehemalige Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, und die Sozialrechtsexpertin Constanze Janda. Der Kommission gehören Politiker von CDU, CSU und SPD an sowie acht Wirtschaftswissenschaftler und Forscher. Ihre Aufgabe ist es, stabile Rentenhöhen vorzuschlagen, die Beitragssätze zu steuern und Möglichkeiten zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit bis Mitte 2026 auszuloten.

Lies lehnte die Idee ab, für bestimmte Berufe unterschiedliche Renteneintrittsalter festzulegen, und bezeichnete dies als undurchführbar. Stattdessen setzte er sich für ein System ein, in dem die Dauer der Einzahlungen in die Rentenkasse darüber entscheidet, wann jemand in Rente gehen kann. Während die Kommission arbeitet, kritisieren Verbände wie der SoVD den mangelnden Einbezug sozialer Organisationen. Gewerkschaften wie IG Metall wollen die Debatte durch öffentliche Vorschläge mitgestalten.

Die Empfehlungen der Kommission werden die deutsche Rentenpolitik auf Jahre hinaus prägen. Sollten Lies’ Vorschläge umgesetzt werden, könnte sich grundlegend ändern, wie Renten berechnet und finanziert werden. Der Abschlussbericht, der für 2026 erwartet wird, wird entscheiden, ob diese Reformen in Kraft treten.