Lebenslanges Berufsverbot für Apotheker nach jahrelangem Abrechnungsbetrug und Vertrauensbruch
Margret auch SchlauchinLebenslanges Berufsverbot für Apotheker nach jahrelangem Abrechnungsbetrug und Vertrauensbruch
Ein deutscher Apotheker ist nach jahrelangen betrügerischen Abrechnungspraktiken endgültig von der Berufsausübung ausgeschlossen worden. Der Fall begann 2006, als erste Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden, doch das endgültige Urteil erging erst 2023. Die Behörden bezeichneten das Fehlverhalten als schweren Vertrauensbruch, der sowohl Versicherungen als auch Patienten geschadet habe.
Die Betrugsmasche hatte bereits lange begonnen, bevor der Apotheker 2010 die Apotheke seines Bruders übernahm – ein Betrieb, der bereits wegen Abrechnungsbetrugs strafrechtlich ermittelt wurde. Statt die Praxis zu beenden, führte er das System fort und reichte Rechnungen für Medikamente ein, die er nie ausgab. Mindestens drei Jahre lang teilte er die Gewinne in bar oder in Form alternativer Medikamente mit 65 beteiligten Patienten. Der finanzielle Schaden belief sich auf über 1,6 Millionen Euro.
Die Aufsichtsbehörden erwogen erstmals im September 2015, ihm die Approbation zu entziehen, zögerten die Maßnahme jedoch bis zum Abschluss des Strafverfahrens hinaus. Der Apotheker stellte die betrügerischen Machenschaften im Dezember 2013 ein und erstattete später sämtliche Schäden an die betroffenen Versicherer. Dennoch urteilte das Verwaltungsgericht Frankfurt, seine Handlungen hätten klaren kriminellen Vorsatz gezeigt und das öffentliche Vertrauen nachhaltig beschädigt.
Weitere Probleme traten im Juni 2021 zutage, als Prüfer bei ihm unzulässige COVID-19-Testverfahren und mangelnde Hygienestandards in der Apotheke feststellten. Der Testbetrieb wurde umgehend eingestellt. Das Gericht wertete sein Geständnis und die Wiedergutmachung angesichts des Ausmaßes der Vergehen als unzureichend. Seine Approbation wurde schließlich am 2. Februar 2022 offiziell widerrufen.
Während des gesamten Verfahrens behauptete der Apotheker, er habe lediglich gehandelt, um seinen Bruder vor größeren juristischen Konsequenzen zu schützen. Das Gericht wies diese Begründung zurück und bezeichnete den Betrug als vorsätzlichen und langjährigen Missbrauch seiner beruflichen Position.
Die Karriere des Apothekers endete mit einem lebenslangen Berufsverbot, das 2023 nach einem 17-jährigen Rechtsstreit vollstreckt wurde. Das Urteil unterstrich die Schwere seiner Straftaten, zu denen Betrug, unsichere Praktiken und ein systematisches Täuschungsmuster zählten. Zwar erhielten die Versicherer ihre Verluste zurück, doch der Fall warf nachhaltige Fragen zur Aufsicht im Apothekenwesen auf.






