16 March 2026, 10:21

Kölner Dom: Soll der Eintritt bald Geld kosten – und wer bleibt dann draußen?

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für Kölner Dom - Kölner Dom: Soll der Eintritt bald Geld kosten – und wer bleibt dann draußen?

Pläne, Besucher des Kölner Doms mit einem Eintrittsgeld zu belegen, haben scharfe Kritik ausgelöst. Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin des Wahrzeichens, nannte den Vorschlag "höchst problematisch". Sie warnte, ein solcher Schritt könnte die Rolle der Kathedrale in der Stadt verändern und den Zugang auf wohlhabendere Touristen beschränken.

Der Kölner Dom zieht jährlich rund sechs Millionen Menschen an. Als eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt war der Eintritt jahrzehntelang kostenlos. Nun planen die Verantwortlichen, in der zweiten Jahreshälfte eine Gebühr einzuführen – die genaue Höhe steht jedoch noch zur Debatte.

Schock-Werner argumentierte, dass eine Eintrittsgebühr die kulturelle Bedeutung des Bauwerks untergraben würde. Sie betonte, die Kathedrale gehöre der Öffentlichkeit und solle für alle offen bleiben, unabhängig vom Einkommen. Eine Gebühr, so ihre Befürchtung, könnte viele Besucher abschrecken und den einladenden Charakter des Ortes verändern.

Jüngste Versuche, Eintrittsgelder an anderen deutschen Sehenswürdigkeiten einzuführen, stießen auf starken Widerstand. 2023 erwog der Kölner Dom selbst eine Gebühr zwischen fünf und zehn Euro, verzichtete jedoch nach massiven Protesten auf die Pläne. Ähnliche Diskussionen in Lübeck über Eintrittsgelder für das Holstentor im Jahr 2024 trafen ebenfalls auf Ablehnung seitens Anwohner, Touristen und Denkmalschützer. Die meisten Vorhaben wurden entweder fallen gelassen oder deutlich reduziert.

Die Debatte über Eintrittsgelder hält an, während die Verantwortlichen finanzielle Notwendigkeiten gegen den öffentlichen Zugang abwägen. Schock-Werners Bedenken spiegeln eine breitere Sorge wider: die Einschränkung des Zugangs zu historischen Stätten. Eine endgültige Entscheidung wird voraussichtlich davon abhängen, wie sich die Finanzierungsbedürfnisse mit der langjährigen Tradition des Doms als frei zugängliches Wahrzeichen vereinen lassen.

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