30 May 2026, 22:15

Klimaproteste legen Ruhrgebiets-Industrie lahm – 1.500 Aktivist:innen blockieren Kraftwerke und Rüstungsfirma

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

Klimaproteste legen Ruhrgebiets-Industrie lahm – 1.500 Aktivist:innen blockieren Kraftwerke und Rüstungsfirma

Klimaschutzaktivist:innen haben im Ruhrgebiet eine Reihe von Protesten durchgeführt und dabei fossile Infrastruktur sowie Industrieanlagen ins Visier genommen. Rund 1.500 Menschen beteiligten sich an den koordinierten Aktionen am Freitag, die vom antikapitalistischen Bündnis Ende Gelände organisiert wurden. Die Demonstrationen legten den Betrieb an zentralen Standorten lahm, darunter Kraftwerke und ein Rüstungsunternehmen.

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In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo Betreiber:innen den Bau einer weiteren Gaseinheit planen. Die Protestierenden installierten zudem Solarpaneele auf dem Geländes des Kraftwerks, um auf Alternativen aus erneuerbaren Energien aufmerksam zu machen. Unterdessen zogen Demonstrant:innen in Hamm in Richtung Hauptbahnhof und trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekontzerne enteignen!“ Die Polizei kesselte eine Gruppe unter einer Brücke ein und warf ihr vor, gegen das Vermummungsverbot verstoßen zu haben.

Am Standort der Friedrich Wilhelms Hütte in Mülheim – betrieben vom Rüstungskonzern KNDS – behinderten Aktivist:innen den Schichtwechsel. Die Bundesregierung plant, sich an dem Unternehmen zu beteiligen. Eine weitere Gruppe besetzte Gleisanlagen bei Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas, ebenfalls in Mülheim an der Ruhr.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein polizeiliches Verbot für eine geplante Demonstration am Samstag am Kraftwerk Gersteinwerk. Dennoch rechnen die Organisator:innen mit tausenden weiteren Teilnehmenden bei einer separaten Kundgebung, unterstützt von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat ihre Teilnahme angekündigt.

Die Proteste richten sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur und fordern eine beschleunigte Energiewende. Während weitere Aktionen geplant sind, bleibt das Verhältnis zwischen Organisator:innen und Behörden angespannt – insbesondere wegen der Einschränkungen bei Versammlungsfreiheiten. Die Demonstrationen haben bereits zu erheblichen Störungen in wichtigen Industrieanlagen der Region geführt.

Quelle