20 December 2025, 12:58

Kartoffelüberschuss: Warum Bauern von guten Ernten nicht profitieren

Viele Kartoffeln sind prominent im Vordergrund zu sehen.

Kartoffelüberschuss: Warum Bauern von guten Ernten nicht profitieren

Kartoffel-Überschuss: Warum Landwirte von guten Ernten nicht profitieren

Teaser: Die Bauern ernten 20 Prozent mehr – doch die Preise stürzen ab. Hunderte Tonnen landen in Biogasanlagen statt auf dem Teller.

Germanische Landwirte kämpfen in diesem Jahr mit einem Kartoffel-Überschuss nach einer Rekordernte. Die Preise sind im Keller, und viele Bauern stehen trotz höherer Erträge mit leeren Händen da. Einige Erzeuger verarbeiten die überschüssigen Kartoffeln inzwischen zu Biogas oder Tierfutter, um die Verluste zu begrenzen.

Die hohen Kartoffelpreise des Vorjahres hatten viele Landwirte dazu veranlasst, größere Flächen anzubauen. In dieser Saison produzierte Niedersachsen – das wichtigste Kartoffelanbaugebiet Deutschlands – 6,4 Millionen Tonnen, 200.000 Tonnen mehr als 2024. Bundesweit belief sich die Ernte auf 13,4 Millionen Tonnen, zwei Millionen Tonnen über dem Durchschnitt.

Im südwestfälischen Raum brachten die Felder etwa 400 Tonnen pro acht Hektar ein – deutlich mehr als sonst üblich. Doch die größeren Erntemengen bedeuten nicht automatisch höhere Gewinne. Die Produktionskosten bleiben hoch, während die Bauern derzeit nur noch 3 bis 12 Euro pro 100 Kilogramm erzielen – im Vergleich zu 40 bis 60 Euro im Vorjahr.

Viele Erzeuger verkaufen lediglich zwei Drittel ihrer Ernte im Voraus an Vertragskäufer. Der Rest gelangt auf den freien Markt, wo die Preise eingebrochen sind. Einige, wie Christoph Peuckmann, setzen die überschüssigen Kartoffeln stattdessen für die Biogasproduktion oder als Tierfutter ein. Gleichzeitig drücken importierte ägyptische Kartoffeln – die unter hohem Wasserverbrauch angebaut werden – die Preise für heimische Lagerbestände zusätzlich.

Die aktuelle Überproduktion erinnert an den Apfel-Überschuss des Vorjahres, als Deutschland 788.042 Tonnen marktreife Äpfel erntete. Damals trieb das Überangebot die Preise in den Keller – nun steht die Kartoffelbranche vor demselben Problem.

Angesichts der Talfahrt der Preise passen sich die Landwirte an, indem sie Kartoffeln für alternative Verwendungszwecke umleiten. Der Überschuss zeigt die Risiken, die mit einer Ausweitung der Produktion auf Basis früherer Hochpreise verbunden sind. Vorerst bleibt der Markt übersättigt – und die Gewinne dünn.