Julia Ruhs verlässt NDR-Format *Klar* – und wechselt als Kolumnistin zur *Bild*
Margret auch SchlauchinJulia Ruhs verlässt NDR-Format *Klar* – und wechselt als Kolumnistin zur *Bild*
Julia Ruhs, eine der umstrittensten jungen Medienpersönlichkeiten Deutschlands, wird ab September 2025 keine vom NDR produzierten Folgen von Klar mehr moderieren. Der Sender hat keine öffentliche Begründung für die Entscheidung geliefert, doch Ruhs behauptet, ihre liberal-konservativen Ansichten hätten sie für das Netzwerk "zu rechts" gemacht.
Nun wechselt sie als Kolumnistin zu Bild, wo ihre scharfen politischen Kommentare mindestens zweimal im Monat erscheinen werden.
Ruhs hat sich einen Namen mit ihrer klaren, bürgerlich-konservativen Haltung gemacht und positioniert sich nah an FDP und CDU, während sie sich von der AfD distanziert. Die ausgebildete Journalistin und Politikwissenschaftlerin moderiert derzeit die ARD- und BR-Dokureihe Klar und bleibt weiterhin regelmäßige Autorin beim Bayerischen Rundfunk (BR). Ihr für 2025 angekündigtes Buch Meinungsmacht von links-grün: Wie unser Land gespalten wird festigte ihren Ruf als provokante Stimme im deutschen Medienbetrieb.
Die Entscheidung des NDR, sie bei Klar nicht weiter zu beschäftigen, erfolgte ohne offizielle Begründung. Ruhs äußerte jedoch deutlich ihre Vermutungen: Sie wirft dem Sender vor, weniger Toleranz für ideologische Vielfalt zu haben als der BR, wo sie weiterhin tätig ist. Ihrer Meinung nach sollten öffentlich-rechtliche Medien kontroverse Standpunkte aufgreifen – nicht, um der AfD in die Hände zu spielen, sondern um mit jenen Zuschauern wieder in Kontakt zu treten, die sich von den etablierten Medien abgehängt fühlen.
Bei Bild wird Ruhs eine neue Kolumne mit dem Titel Mein Standpunkt schreiben, in der sie sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Marion Horn, Vorsitzende der Chefredaktion, lobte ihre Fähigkeit, politische Debatten mit frischem Elan zu bereichern. Der Wechsel markiert für Ruhs einen Einschnitt, die bisher vor allem im öffentlich-rechtlichen Rundfunk präsent war und nun ein breiteres, kommerziell geprägtes Publikum erreicht.
Ihr Abschied vom NDR unterstreicht die anhaltenden Spannungen um die ideologische Ausgewogenheit in den deutschen öffentlich-rechtlichen Medien. Mit ihrer neuen Rolle bei Bild bleibt ihr Einfluss auf die politische Diskussion gesichert – wenn auch in einem anderen Format. Die mindestens zweimal monatlich erscheinende Kolumne gibt ihr eine direkte Plattform, um Debatten jenseits des klassischen Rundfunks mitzugestalten.