06 May 2026, 14:43

Jens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU/CSU zeigt erste Risse

Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die historische politische Grenzen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Jens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU/CSU zeigt erste Risse

Jens Spahn hat sich eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesichert – allerdings mit deutlich weniger Rückhalt als zuvor. Bei der Abstimmung unter 196 Abgeordneten stimmten 167 für ihn, 26 lehnten seine Führung ab, drei enthielten sich. Das Ergebnis deutet auf wachsende Unzufriedenheit in den Reihen der Partei hin.

Spahns Wiederwahl erhielt 86,5 Prozent der Stimmen, ein spürbarer Rückgang gegenüber den 91,3 Prozent bei seiner ersten Wahl zum Fraktionschef. Diesmal unterstützten ihn nur 80 Prozent der vollen 208-köpfigen Fraktion. Der Rückgang lässt anhaltende Kritik an früheren Entscheidungen erkennen.

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Kritiker verweisen auf seine Zeit als Gesundheitsminister, in der ihm vorgeworfen wurde, durch leichtsinnige Maskenbeschaffungsdeals Kosten in Höhe von 6 Milliarden Euro verursacht zu haben. Zudem lasteten juristische Auseinandersetzungen wegen Sozialkürzungen auf ihm, auch wenn diese das Abstimmungsergebnis offenbar nicht beeinflussten. Neben politischen Fehltritten haben auch sein gescheiterter Kanzlerkandidatur-Versuch, missglückte Richterernennungen und wiederholte Führungsherausforderungen manche Abgeordnete verunsichert.

Die allgemeine Lage verschärft die Spannungen zusätzlich. Die Unionspartei liegt in Umfragen mittlerweile hinter der rechtspopulistischen AfD, was Fragen nach ihrem Kurs aufwirft. Beobachter vermuten, dass das Ergebnis die Partei dazu drängen könnte, ihr Vertrauen in Kanzler Friedrich Merz neu zu bewerten.

Da sich fast ein Fünftel der Abgeordneten gegen ihn aussprach, steht Spahns Führung diesmal unter deutlich stärkerer Beobachtung. Zwar bedeutet die Wahl einen Erfolg, doch sie offenbart auch interne Gräben, die die nächsten Schritte der Partei prägen könnten. Wie die CDU/CSU darauf reagiert, wird ihre Stabilität in den kommenden Monaten mitbestimmen.

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