01 February 2026, 20:24

Hochschulen als Bollwerke der Demokratie: Kanzler:innen diskutieren in Braunschweig über Werte und Widerstandskraft

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Rede auf dem Bratislava-Gipfel, trägt ein blaues Kleid und steht vor einem Podium mit zwei Mikrofonen, mit einem Banner und einer Flagge im Hintergrund.

Hochschulen als Bollwerke der Demokratie: Kanzler:innen diskutieren in Braunschweig über Werte und Widerstandskraft

67. Jahrestagung der deutschen Hochschulkanzler:innen findet an der TU Eintracht Braunschweig statt

Vom 18. bis 19. September 2023 trifft sich die deutsche Hochschullandschaft zur 67. Jahrestagung der Hochschulkanzler:innen an der Technischen Universität (TU) Eintracht Braunschweig. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung steht das Thema "Hochschulen – Orte der Demokratie" und die Frage, wie Hochschulen demokratische Werte in Zeiten wachsender politischer und gesellschaftlicher Spannungen bewahren können.

Die Tagung wird vom Verband der Hochschulkanzler:innen deutscher Hochschulen organisiert, dem zentralen Netzwerk, das die Interessen der Hochschulverwaltungen in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft vertritt. Hochschulkanzler:innen sind für die operative Führung der Universitäten zuständig – von Haushaltsfragen über Rechtssicherheit bis hin zum Personalmanagement – und fungieren als zentrale Ansprechpartner:innen für administrative Belange.

In den vergangenen fünf Jahren haben Hochschulleitungen eine aktivere Rolle bei der Verteidigung demokratischer Kultur eingenommen. Sie führten Richtlinien gegen Hassrede ein – etwa an der LMU München oder der Humboldt-Universität zu Berlin – und reagierten auf externe Herausforderungen wie Kampagnen der AfD oder internationale Konflikte, darunter den Gaza-Krieg 2024/25. Durch mehr Transparenz, Dialogformate und die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) professionalisierten sie die Krisenkommunikation, wie in der Hochschulstrategie 2025 dargelegt.

Die gastgebende TU Eintracht Braunschweig ist bekannt für ihr interdisziplinäres Forschungsumfeld. In einer forschungsstarken Region arbeitet sie eng mit lokalen Einrichtungen und der Industrie zusammen, um globale Herausforderungen zu bewältigen. Dietmar Smyrek, hauptamtlicher Vizepräsident der Universität, betonte, dass Hochschulen widerstandsfähig bleiben müssten, um Demokratie zu schützen und zu stärken.

Im Fokus der Tagung steht die Frage, wie Universitäten einen offenen, pluralistischen Austausch aufrechterhalten können – trotz interner und externer Spannungen. Dazu zählen Proteste, Forderungen nach dem Abbruch wissenschaftlicher Kooperationen sowie Debatten über die akademische Freiheit.

Die Konferenz wird die wachsende Verantwortung von Hochschulleitungen bei der Verteidigung demokratischer Grundsätze thematisieren. Angesichts zunehmender politischer Polarisierung in den letzten Jahren zielen die Diskussionen darauf ab, Strategien für mehr Transparenz, Dialog und institutionelle Resilienz zu stärken. Die Ergebnisse könnten prägend dafür sein, wie deutsche Hochschulen künftige Herausforderungen für akademische und demokratische Freiheiten bewältigen.