Historisches Gasthaus "Grüne Tanne" in Halle verfällt seit 15 Jahren ungebremst
Elsa JunckHistorisches Gasthaus "Grüne Tanne" in Halle verfällt seit 15 Jahren ungebremst
Das historische Gasthaus „Grüne Tanne“ in Halle (Saale) verfällt seit 15 Jahren
Das denkmalgeschützte Gasthaus „Grüne Tanne“ in der Packhofgasse in Halle (Saale) steht seit 15 Jahren auf der Liste der gefährdeten Baudenkmäler der Stadt. Das Gebäude, das einst als Postkutschenstation diente und später den „Gelis Erotikmarkt“ beherbergte, ist heute leer und in einem schweren Verfallszustand. Ähnlich vernachlässigt wird ein benachbarter Komplex an der Ecke Mansfelder Straße/Tuchrahmen – Teile des Gehwegs sind dort wegen Einsturzgefahr abgesperrt.
Der Zustand der Gebäude hat sich über die Jahre weiter verschlechtert. Ein Brand im Jahr 2021 schwächte die ohnehin maroden Strukturen zusätzlich und beschleunigte den Verfall. Der Gehweg entlang des Komplexes bleibt für Fußgänger gesperrt, da herabfallende Mauerteile eine akute Gefahr darstellen.
Der Entwickler Norsk hatte ursprünglich geplant, die historischen Gebäude zu sanieren, Neubauten zu errichten und eine Tiefgarage zu bauen. Doch das Projekt kam zum Erliegen, nachdem das Unternehmen Insolvenz anmelden musste. Seither ziehen sich die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter hin – zur großen Frustration der Stadtverwaltung.
René Rebenstorf, Leiter des Stadtbauamts, räumte die prekäre Situation und die „schmerzhaft langsamen“ Fortschritte in den Gesprächen ein. Unterdessen hat sich ein auf Denkmalsanierung spezialisiertes Unternehmen bereit erklärt, die bestehenden Gebäude zu retten – und zwar ohne teure Neubauten. Die Stadt leitet zudem rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer ein und prüft Notfallmaßnahmen, um den Gehweg wieder freizugeben.
Sowohl das „Grüne Tanne“-Gasthaus als auch der benachbarte Komplex sind akut einsturzgefährdet. Die Stadt lotet derzeit alle Möglichkeiten aus, um die Gebäude zu stabilisieren und die öffentliche Zugänglichkeit wiederherzustellen. Rechtliche Schritte und potenzielle neue Partnerschaften könnten einen Weg aus der Krise für das gefährdete Kulturerbe weisen.






