06 May 2026, 08:36

"Heimat" in Mainz: Warum ein Restaurantname so viel Hass auslöst

Ein Berliner Restaurant mit hölzernen Tischen und Stühlen vor einem großen Fenster, das eine Außenansicht von Fußgängern, Gebäuden und städtischen Elementen zeigt.

"Heimat" in Mainz: Warum ein Restaurantname so viel Hass auslöst

Veli Ivecen, Besitzer des Mainzer Restaurants Heimat, sieht sich seit Monaten wegen des Namens seines Lokals massiver Anfeindungen ausgesetzt. Die Angriffe kommen aus allen politischen Lagern, wobei Kritiker sowohl seine Herkunft als auch die gemischte Küche des Restaurants ins Visier nehmen. Trotz der Feindseligkeiten hat sich Ivecen entschieden, den Namen beizubehalten – als Zeichen für dessen Bedeutung.

Mit Heimat wollte Ivecen einen Ort der Gastfreundschaft schaffen, an dem deutsche, türkische und kurdische Gerichte verschmelzen. Der in der Türkei geborene Kurde wählte den Namen, um sein eigenes Zugehörigkeitsgefühl zu Mainz auszudrücken. Doch ausgerechnet das Wort Heimat – das so viel wie „Heimat“ oder „Zuhause“ bedeutet – löste eine Welle der Empörung aus.

Die Anfeindungen reißen nicht ab. Fremde schicken hassvolle Nachrichten an den Instagram-Account des Restaurants und an Ivecens private E-Mail-Adresse. Einige beschimpften das Personal sogar persönlich, andere beschmierten das Gebäude mit dem Slogan „Das hier ist mein Zuhause, nicht deins“, den Ivecen später entfernen ließ. Wieder andere bezichtigten ihn als Nazi, während eine Gruppe junger Leute vor dem Restaurant mit Hitlergrüßen provozierte.

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Auch die Speisekarte steht in der Kritik: Gegner stellen infrage, ob türkische und kurdische Aromen in der deutschen Küche etwas zu suchen hätten. Ivecen betont zwar, dass er konstruktive Rückmeldungen zum Essen willkommen heiße – die persönlichen Angriffe jedoch findet er unverhältnismäßig. Zeitweise erwog er, das Restaurant umzubenennen, um den Anfeindungen ein Ende zu bereiten. Doch nun bleibt es bei Heimat: Ivecen weigert sich, seinen Entscheidungen von Hass diktieren zu lassen.

Trotz der Kontroverse führt er sein Restaurant weiter. Heimat hat geöffnet und serviert nach wie vor seine Mischung aus deutscher, türkischer und kurdischer Küche. Vorerst bleibt der Besitzer entschlossen, den Namen des Lokals und dessen Platz in Mainz zu verteidigen.

Quelle