Güterverkehr am Limit: Warum die Bahninfrastruktur dringend reformiert werden muss
Elsa JunckGüterverkehr am Limit: Warum die Bahninfrastruktur dringend reformiert werden muss
Der Bundesverband Schienengüterverkehr fordert eine stärkere staatliche Aufsicht über die DB InfraGO, den Betreiber der deutschen Schieneninfrastruktur. Als zentrale Sorgen der Branche nennt der Verband anhaltende Störungen und strukturelle Schwächen im Schienennetz.
Ein bundesweiter Ausfall des GSM-R-Bahnfunksystems hatte kürzlich zu erheblichen Behinderungen im Güterverkehr geführt. Wie der Verband betont, funktionierten in dieser Zeit auch die Notfallprotokolle nicht ordnungsgemäß. An Christi Himmelfahrt eskalierte das mehrtägige Betriebschaos und legte weitere Defizite in den Fahrplanbüros und Leitstellen offen.
Neele Wesseln, Geschäftsführerin des Verbandes, kritisierte die DB InfraGO für die anhaltenden betrieblichen Probleme. Diese hätten die Güterbahnunternehmen in einen Dauerausnahmezustand versetzt, Lieferketten belastet und die Mitarbeiter übermäßig gefordert. Die wirtschaftlichen Folgen für die Verkehrsunternehmen seien noch nicht absehbar.
Als Reaktion hat der Verband den Verkehrsausschuss des Bundestags aufgefordert, die aktuelle Instabilität zu bekämpfen. Vorgeschlagen wird die Einrichtung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur, das den Infrastrukturbetreiber wirksamer überwachen und steuern soll.
Ziel der Forderungen ist es, die Schieneninfrastruktur zu stabilisieren und weitere Störungen zu verhindern. Eine strengere Aufsicht und verbesserte Notfallpläne gelten als notwendig, um den Güterverkehr zu sichern. Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Betreiber werden derzeit noch bewertet.
