30 June 2026, 02:16

Großrazzia in Norddeutschland zerschlägt mutmaßlichen Schleuserring für Pflegekräfte

Großrazzia gegen Menschenhändler

Großrazzia in Norddeutschland zerschlägt mutmaßlichen Schleuserring für Pflegekräfte

In Norddeutschland hat es eine großangelegte Razzia gegen einen mutmaßlichen Schleuserring gegeben. Die Behörden durchsuchten sechs Objekte in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die illegale Vermittlung von Pflegekräften aus Osteuropa nach Deutschland.

Rund 100 Beamte der Bundespolizei und des Bremer Zolls führten die Durchsuchungen durch. Die Aktion erfolgte auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Bremen. Den Ermittlern zufolge soll die Agentur etwa 170 Pflegekräfte ohne die erforderlichen Genehmigungen vermittelt haben.

Drei Beschuldigte – eine 53-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 57 und 30 Jahren – stehen unter Verdacht. Sie betreiben eine Vermittlungsagentur und werden der Schleusung, Verstöße gegen das Mindestlohngesetz sowie der Veruntreuung von Sozialabgaben beschuldigt. Der Vorwurf gegen die Agenturchefin lautet zudem auf Vorenthalten des Mindestlohns und Missbrauch von Sozialversicherungsbeiträgen.

In einem Fall soll eine belarussische Staatsbürgerin ohne die notwendigen Papiere als Pflegekraft eingesetzt worden sein. Die bei den Razzien sichergestellten Beweismittel werden voraussichtlich Wochen zur Auswertung benötigen.

Die Ermittlungen dauern an. Die Behörden prüfen, ob alle vermittelten Arbeitskräfte ohne gültige Genehmigungen beschäftigt wurden. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müssen sich die Beschuldigten vor Gericht verantworten.

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