Ghana, Deutschland kommen einer qualifizierten Arbeitskräfte-Partnerschaft näher
Janos PieperGhana, Deutschland kommen einer qualifizierten Arbeitskräfte-Partnerschaft näher
Ghana und Deutschland rücken bei Fachkräftepartnerschaft näher zusammen
Ghana kommt einer strukturierten Partnerschaft im Bereich Fachkräfteeinwanderung mit Deutschland einen Schritt näher, nachdem zwei hochrangige Minister gezielte Verhandlungen mit großen Arbeitgebern, Arbeitsvermittlungsagenturen und Politikern in Niedersachsen und Berlin geführt haben.
- Dezember 2025, 13:40 Uhr
Ghana steht kurz davor, eine Fachkräftepartnerschaft mit Deutschland zu besiegeln, um die Jugendarbeitslosigkeit im Land zu bekämpfen. Zwei führende Minister trafen sich kürzlich mit deutschen Arbeitgebern, Arbeitsvermittlern und Entscheidungsträgern in Niedersachsen und Berlin, um die Vereinbarung voranzutreiben. Ziel des Abkommens ist es, Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig einen Kompetenztransfer zu gewährleisten – statt einer Abwanderung von Fachkräften.
Die Gespräche zwischen Ghanas Minister für Jugendentwicklung und -förderung, George Opare-Addo, und deutschen Vertretern verlaufen vielversprechend. Als nächste Schritte stehen die Ausarbeitung eines bilateralen Rahmens für qualifizierte Migration sowie die Einrichtung von Vorabschulungszentren in Ghana an. In diesen Einrichtungen sollen ausgewählte Bewerber auf die Arbeitsaufnahme vorbereitet werden, unter anderem durch Sprachkurse und berufliche Qualifizierung.
Vier deutsche Unternehmen – Jawoll GmbH, Piller, Jungfer und Volkswagen – haben bereits Interesse signalisiert, ausgebildete ghanaische Arbeitskräfte einzustellen. Der Geschäftsführer von Jawoll plant sogar die Gründung eines eigenen Schulungszentrums in Ghana, um das Projekt zu unterstützen. Parallel hat die Beratungsfirma NAYT Consult Limited ein umfassendes Programm entwickelt, das Sprachkurse, Arbeitsvermittlung und Integrationshilfen für Migranten umfasst. Ghanas Botschafter in Deutschland, Professor Ohene Adjei, sicherte die Unterstützung der Botschaft für eine geordnete Anwerbung und den Schutz der Arbeitnehmer zu. Der Wirtschaftsrat der CDU hat zudem ghanaische Unternehmen zu seiner Jahresversammlung eingeladen, um Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten zu erkunden.
Die Partnerschaft setzt auf eine strukturierte Migration, bei der ghanaische Jugendliche zunächst Qualifikationen erwerben, bevor sie nach Deutschland ausreisen. Schulungszentren und Sprachprogramme sollen die Arbeitskräfte auf ihren Berufseinstieg vorbereiten, während die Regierung langfristige Vorteile gegenüber kurzfristigen Arbeitsmarktverlusten betont. Die Vereinbarung markiert einen wichtigen Schritt zur Formalisierung der Fachkräfteeinwanderung zwischen beiden Ländern.