13 March 2026, 10:20

Gericht erlaubt "veganes Leder" – ein Sieg für nachhaltige Mode ohne Tierleid

Ein Nahaufnahme eines braunen Ledersattels mit einem roten und weißen Etikett darauf.

Gericht erlaubt "veganes Leder" – ein Sieg für nachhaltige Mode ohne Tierleid

Ein deutsches Gericht hat eine Klage des Verbandes der Deutschen Lederindustrie gegen den veganen Taschenhersteller Nuuwai abgewiesen. Das Urteil bestätigt, dass Bezeichnungen wie "Apfelleder" oder "veganes Leder" weder irreführend noch wettbewerbswidrig sind. Die Tierrechtsorganisation PETA begrüßt die Entscheidung als Sieg für nachhaltige und tierleidfreie Alternativen.

Der Fall ist das Ergebnis jahrelanger Debatten über die Kennzeichnung in der Modebranche, wo pflanzliche und synthetische Materialien zunehmend an Beliebtheit gewinnen. Das Urteil könnte nun Einfluss darauf haben, wie Händler und Marken ihre Produkte künftig beschreiben.

Der Streit begann, als der Verband der Deutschen Lederindustrie argumentierte, der Begriff "veganes Leder" könnte Verbraucher dazu verleiten, anzunehmen, es handele sich um ein tierisches Produkt. Das Gericht fand jedoch keine Belege für eine solche Verwechslung. Zudem urteilte es, dass der Begriff "vegan" längst über den Lebensmittelbereich hinaus bekannt sei und keine Aussage über die Herkunft eines Produkts treffe.

Diese Entscheidung steht im Kontrast zu einem Urteil des Landgerichts Hannover aus dem Jahr 2022, das die Verwendung von "veganes Leder" für Kunststoffmaterialien als irreführend verbot. Seither verzichten große Händler wie Zalando und H&M auf diese Bezeichnung und setzen stattdessen auf Formulierungen wie "veganes Material" oder "synthetisches Leder". Daten von Google Trends zeigen, dass die Suchanfragen nach "veganes Leder" bis 2023 um 70 Prozent zurückgingen, mit weiterhin niedrigem Niveau bis 2025.

PETA, das sich gegen Speziesismus und die Ausbeutung von Tieren einsetzt, lobte das aktuelle Urteil. Die Organisation forderte zudem Verlage auf, die Definition von "Leder" in Wörterbüchern um pflanzliche und synthetische Alternativen zu erweitern. Unterdessen wächst der globale Markt für veganes Leder weiter – mit Prognosen von über 85 Milliarden US-Dollar bis 2025.

Die traditionelle Lederproduktion steht seit Langem wegen ihrer Umweltbelastung und tierethischer Bedenken in der Kritik. Der Aufstieg veganer Alternativen spiegelt die wachsende Nachfrage der Verbraucher nach nachhaltigen und ethischen Optionen in den Bereichen Mode, Automobil und Möbel wider.

Mit dem Urteil entfällt eine rechtliche Hürde für Unternehmen, die in Deutschland Begriffe wie "veganes Leder" verwenden. Marken könnten sich nun sicherer fühlen, pflanzliche und synthetische Materialien ohne Angst vor juristischen Konsequenzen zu bewerben. Angesichts des wachsenden Marktes für tierleidfreie Alternativen könnte dieses Urteil die breitere Verwendung solcher Bezeichnungen im Handel und in der Werbung fördern.

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