19 March 2026, 20:20

Gasspeicher auf Rekordtief: Nur noch 22 Prozent Füllstand im März 2026

Eine Liniengrafik, die den 2021er Texas-Stromausfall zeigt, mit Farben, die verschiedene Stromstärken anzeigen, und begleitendem Text.

Olaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Gasspeicher auf Rekordtief: Nur noch 22 Prozent Füllstand im März 2026

Deutschlands Gasspeicher stehen bei nur noch 22 Prozent Füllstand

Stand 14. März 2026 sind die deutschen Gasspeicher auf lediglich 22 Prozent ihrer Kapazität gesunken – weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts von 44 Prozent zur gleichen Zeit. Der deutliche Rückgang folgt auf einen kalten Winter, der den Verbrauch in die Höhe trieb, und wirft Fragen zur Energiesicherheit auf, während sich das Land auf die nächste Heizsaison vorbereitet.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat wiederholt Besorgnis über die Lage geäußert. Er betonte die dringende Notwendigkeit, die Gasbezüge zu diversifizieren, und verwies auf die starke Abhängigkeit von Importen sowie die Risiken geopolitischer Spannungen – einschließlich möglicher Folgen eines Konflikts mit dem Iran.

Um die Versorgungslücke zu schließen, hat Deutschland die Einfuhren von verflüssigtem Erdgas (LNG) über die bestehenden Terminals ausgeweitet. Auch die Gaszuflüsse aus dem europäischen Netz liegen über den Vorjahreswerten; tägliche Netto-Einspeisungen – wie etwa ein Plus von 143 Gigawattstunden am 14. März – tragen zur Stabilisierung der Versorgung bei. Seit Juli 2025 gilt die Frühwarnstufe, doch Diskussionen über strategische Reserven und marktbasierte Anreize harren weiterhin einer Lösung.

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Lies drängt auf weitere Maßnahmen, darunter den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven. Zudem hob er die Bedeutung der heimischen Förderung hervor, insbesondere aus Nordsee-Feldern, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen zu verringern. Gleichzeitig kritisierte er die erneute Debatte über Atomkraft und argumentierte, dass eine Rückkehr zu dieser Technologie sowohl bei der Bevölkerung als auch in der Industrie für Verunsicherung sorgen könnte.

Über den Gassektor hinaus forderte Lies die Mineralölkonzerne auf, gegen die stark gestiegenen Spritpreise an den Tankstellen vorzugehen. Die Bundesregierung müsse alle denkbaren Szenarien prüfen und wirksame Gegenmaßnahmen entwickeln, um tiefgreifendere Versorgungskrisen zu verhindern.

Angesichts historisch niedriger Speicherstände sieht sich Deutschland einer herausfordernden Energiezukunft gegenüber. Die Regierung setzt weiterhin auf LNG-Importe und Netzzuflüsse, während über langfristige Lösungen diskutiert wird. Lies' Vorschläge – von neuen Terminals bis hin zur inländischen Förderung – bleiben Gegenstand der Beratungen, während die Verantwortlichen versuchen, die Versorgung vor dem nächsten Winter zu sichern.

Quelle