Fracking in Deutschland: Warum die Regeln die Umwelt nicht schützen
Deutschlands Fracking-Regeln versagen beim Schutz vor Umweltgefahren
Die deutschen Vorschriften zum Fracking haben es nicht geschafft, die ökologischen Risiken der Öl- und Gasförderung einzudämmen. Trotz eines 2016 verabschiedeten Gesetzes, das die Praxis scheinbar verbot, ermöglichen Schlupflöcher weiterhin das konventionelle Fracking. Das Land fördert nach wie vor Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr – mit Sorgen über Methanlecks und Klimafolgen.
Beim Fracking werden Wasser, Chemikalien und Sand unter hohem Druck tief in den Untergrund gepresst, um eingeschlossenes Gas oder Öl freizusetzen. Seit den 1960er-Jahren hat Deutschland über 350 konventionelle Fracking-Maßnahmen durchgeführt und damit 140 Bohrlöcher unterstützt. Allein 2020 verzeichnete das Umweltbundesamt eine Erdgasförderung von 7,3 Milliarden Kubikmetern.
Die 2016 eingeführten Regelungen setzten das unkonventionelle Fracking in Schiefer-, Ton- und Kohleflözen bis 2021 aus. Doch dieses Moratorium kann aufgehoben werden – und öffnet damit die Tür für künftige Förderungen. Experten schätzen, dass in Deutschland rund 800 Milliarden Kubikmeter förderbares Schiefergas lagern. Seine Gewinnung würde 48.000 Bohrlöcher auf einer Fläche von 9.300 Quadratkilometern erfordern.
Methan, der Hauptbestandteil von Erdgas, ist über einen Zeitraum von 20 Jahren 86-mal wirksamer als CO₂ beim Einfangen von Wärme. Lecks aus Förderung und Pipelines können im Laufe der Lebensdauer eines Gasfelds zwischen 4 und 12 Prozent der Gesamtproduktion ausmachen. Trotz dieser Risiken haben die bestehenden Gesetze die Schäden durch konventionelle Öl- und Gasaktivitäten nicht wirksam verringert.
Bis Juni 2023 waren in Deutschland drei offizielle Anträge für Probebohrungen nach Schiefergas eingereicht worden. ExxonMobil zog seinen 2013 gestellten Antrag in Nordrhein-Westfalen zurück, während Gazproms 2015 beantragtes Vorhaben in Niedersachsen abgelehnt wurde. Ein 2022 von TerraEnergie in Bayern eingereichter Antrag wird noch geprüft.
Deutschland fördert weiterhin Erdgas – trotz regulatorischer Lücken und ökologischer Risiken. Das vorläufige Verbot des unkonventionellen Frackings könnte noch aufgehoben werden und den Weg für eine großflächige Schiefergasförderung ebnen. Ohne strengere Kontrollen drohen Methanemissionen und industrieller Ausbau die Klimaziele zu untergraben.