22 May 2026, 22:26

Finanzexpertin kritisiert Deutschlands Krisenhilfen als ineffizient und ungerecht

Ex-Wirtschaftswissenschaftlerin kritisiert 'Streuschuss'-Ansatz bei Hilfsmaßnahmen

Finanzexpertin kritisiert Deutschlands Krisenhilfen als ineffizient und ungerecht

Ulrike Malmendier, Finanzprofessorin an der University of California, Berkeley und ehemalige Wirtschaftsberaterin, hat die jüngsten Krisenhilfemaßnahmen Deutschlands scharf kritisiert. Ihrer Ansicht nach sind die Maßnahmen zu undifferenziert und erreichen nicht diejenigen, die sie am dringendsten benötigen. Stattdessen schlägt sie einen gezielteren Ansatz vor, der nur die 20 Prozent der verwundbarsten Haushalte unterstützt.

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Malmendier argumentiert, dass das aktuelle System Ressourcen verschwendet, indem es Hilfen an die gesamte Bevölkerung verteilt, anstatt sich auf die am stärksten betroffenen Gruppen zu konzentrieren. Durch eine bessere Verzahnung von Einkommensteuerdaten, Sozialleistungsakten und Zahlungssystemen ließe sich ihrer Meinung nach sicherstellen, dass die Unterstützung tatsächlich nur bei denen ankommt, die sie wirklich brauchen.

Als Beispiel führt sie die Treibstoffrabatte an. Durch den Abgleich von Pendlerpauschalen und Kfz-Steuerunterlagen hätte das Bundesfinanzministerium die Rabatte einkommens- und bedarfsgerecht gestalten können. Dies hätte nicht nur erhebliche Summen eingespart, sondern möglicherweise auch Steuererhöhungen in anderen Bereichen verhindert, so Malmendier.

Darüber hinaus weist sie auf ein grundlegendes Problem hin: Das aktuelle Sozialsystem bestraft Arbeit, indem Empfänger von Leistungen bei höherem Einkommen – etwa durch Mehrarbeit oder besser bezahlte Jobs – einen großen Teil ihrer zusätzlichen Einnahmen wieder verlieren. Um dies zu ändern, fordert sie einen Abbau der Bürokratie und Reformen der Arbeitsmarktregulierung. Solche Maßnahmen, so ihre Überzeugung, könnten das Steuersystem ausbalancieren und manche Steuerdebatten überflüssig machen.

Bevor über Umverteilung diskutiert wird, müssten laut Malmendier zunächst diese strukturellen Probleme gelöst werden.

Ihre Vorschläge zielen auf mehr Effizienz und Gerechtigkeit in der Krisenbewältigung ab. Durch eine Konzentration der Hilfen auf die am stärksten betroffenen 20 Prozent und eine intelligentere Nutzung vorhandener Daten könnte Deutschland ihrer Ansicht nach nicht nur Geld sparen, sondern auch unerwünschte Nebenwirkungen vermeiden. Gleichzeitig sollen ihre Ideen Hürden abbauen, die Leistungsempfänger davon abhalten, ihre finanzielle Situation durch Arbeit zu verbessern.

Quelle