Drei-Millionen-Investition: Landwirt baut Schweinestall nach neuen Tierschutzregeln
Elsa JunckDrei-Millionen-Investition: Landwirt baut Schweinestall nach neuen Tierschutzregeln
Gerrit Asbrock, ein 23-jähriger Landwirt aus Melle in Niedersachsen, baut einen neuen Schweinestall für 140 Sauen – eine Investition von drei Millionen Euro. Das Projekt markiert eine bedeutende Erweiterung des Familienbetriebs und soll strengere Tierschutzvorgaben erfüllen, während gleichzeitig die Zukunft des Unternehmens gesichert wird.
Die neue Anlage umfasst einen modernen Sauenstall, einen Abferkelbereich sowie einen Maststall. Asbrock setzt auf Schweizer Genetik und hält sich an die aktualisierte Neuland-Standard-Norm, die von 2021 bis 2026 gilt. Diese Vorschriften sehen größere Buchten vor (mindestens 1,1 Quadratmeter pro Sau), klimageregelte Belüftung sowie eine abwechslungsreiche Umgebung, um Stress und Verletzungen zu reduzieren.
Studien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zeigen, dass solche Maßnahmen Lahmheitsraten um 20 bis 30 Prozent senken. Allerdings steigen durch die Umstellungen die Baukosten um 15 bis 25 Prozent – das entspricht zusätzlichen 200 bis 300 Euro pro Sau. Da die Schweinepreise stabil bleiben, sind viele Betriebe auf Fördergelder angewiesen, um die Auflagen zu erfüllen. Asbrock betont, dass er besonderen Wert auf das individuelle Design und die Eigenarbeit legt; der Rohbau sei bereits fertiggestellt.
Der Abferkelbereich soll im August 2025 in Betrieb gehen. Er ist überzeugt, dass sich die Investition langfristig auszahlen wird.
Das Projekt steht exemplarisch für den Wandel in der deutschen Schweinehaltung hin zu höheren Tierschutzstandards. Zwar sind die Kosten gestiegen, doch der neue Stall positioniert Asbrocks Betrieb für eine stabile Zukunft. Nun gilt es, die verschärften Vorschriften mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit in Einklang zu bringen.