15 January 2026, 13:07

Dieter Nuhr zerpflückt Politik, Bildung und Merz’ unberechenbaren Aufstieg

Porträt von Hermann Boerhaave, einem deutschen Philosophen, mit Text unten im Bild.

Dieter Nuhr: Merz hat gerade erst angefangen - vielleicht sogar in drei Jahren - Dieter Nuhr zerpflückt Politik, Bildung und Merz’ unberechenbaren Aufstieg

Dieter Nuhr, einer der bekanntesten Satiriker Deutschlands, hat in einem aktuellen Interview scharfsinnige Beobachtungen zu Politik, Bildung und Wirtschaft geteilt. Mit vier Jahrzehnten auf der Bühne und einer langjährigen ARD-Sendung bleibt er eine kritische Stimme – diesmal mit spitzen Angriffen auf Politiker, das Bildungssystem und sogar ausländische Investoren.

In der Sendung Maischberger nahm Nuhr mehrere Persönlichkeiten ins Visier. US-Präsident Donald Trump erhielt zwar einige Seitenhiebe, doch schnell verlagerte sich sein Fokus auf die deutsche Politik. Besonders Bundesaußenminister Johann Wadephul musste sich für wiederholte diplomatische Fehltritte Kritik gefallen lassen – Nuhr stellte dessen Eignung für das Amt infrage.

Der Satiriker reflektierte auch über die aktuelle Koalitionsregierung und gestand, dass er die vorherige Ampelkoalition wegen ihres satirischen Potenzials vermisse. Die neue Regierung biete einfach weniger komödiantisches Material, so Nuhr. Mit Blick auf die Zukunft spekulierte er, dass Friedrich Merz zu einer prägenden politischen Figur werden könnte – als unberechenbar und entschlossen beschrieb er ihn. "Der fängt gerade erst an – vielleicht sogar in drei Jahren", merkte Nuhr an. Auch Lars Klingbeil, ähnlich wie Merz, könnte ihn 2025 noch überraschen, besonders vor dem Hintergrund der Koalition, in der Merz mit einer geschwächten SPD Kanzler wurde.

Über die Politik hinaus übt Nuhr scharfe Kritik am deutschen Bildungssystem: Absolventen entsprächen oft nicht den Anforderungen der Hochschulen. Seine Lösung? Mehr strukturiertes Lernen in den Schulen und weniger Hausaufgaben. Bei wirtschaftlichen Themen wies er die Vorstellung zurück, dass allein hohe Lohnkosten Investoren vertreiben. Stattdessen verwies er auf tiefgreifendere Produktivitätsprobleme als eigentliche Ursache.

Nächstes Jahr jährt sich Nuhrs 40. Bühnenjubiläum – eine Karriere, die mehrere Kanzler und politische Umbrüche begleitet hat. Seine jüngsten Äußerungen unterstreichen anhaltende Frustrationen mit Bildung, Diplomatie und Wirtschaftspolitik, Bereiche, die seiner Meinung nach dringend Reformen benötigen.