„Die Königin der Hunnen“: Nibelungen-Festspiele 2026 wagen radikale Neuinszenierung mit britischer Avantgarde
Margret auch SchlauchinLondoner Puppenstars - Die Nibelungen gehen international - „Die Königin der Hunnen“: Nibelungen-Festspiele 2026 wagen radikale Neuinszenierung mit britischer Avantgarde
Die Nibelungen-Festspiele in Worms kehren im Sommer 2026 mit einer kühnen Neuinterpretation der legendären Sage zurück. Unter der Regie der britischen Theatergruppe Les Enfants Terribles verspricht die Produktion eine frische Auseinandersetzung mit den zentralen Themen des Mythos – Macht, Schuld und Untergang. Vor der Kulisse des Wormser Kaiserdoms entsteht für knapp 1.400 Zuschauerinnen und Zuschauer Nacht für Nacht eine spektakuläre Bühnenwelt.
Das Festival 2026, betitelt „Die Königin der Hunnen“, findet vom 17. Juli bis 2. August statt. Die britischen Regisseure Oliver Lansley und James Seager, bekannt für ihren Kultstatus im experimentellen Theater, zeichnen für die Inszenierung verantwortlich. Ihr Ansatz verbindet Zirkus, Maskenspiel, Puppentheater und Performance-Kunst – ein radikaler Bruch mit traditionellen Aufführungen.
Trotz des drachentötenden Ursprungsmythos verzichtet das Team bewusst auf einen riesigen Drachen. Statt auf Klischees zu setzen, liegt der Fokus auf einer vertieften Erzählweise. Mit dem Sonnenuntergang während jeder Vorstellung wechseln sich Licht und Schatten ab, gestaltet von einem Broadway-Lichtdesigner, der das visuelle Erlebnis prägt. Festivalleiter Nico Hofmann beschreibt die Wahl der britischen Company als „freudvolle Anarchie“ – ein kreativer Impuls, der emotionale Tiefe entfachen soll. Das britische Team, das sich zugleich als Außenseiter und Erben des deutschen Mythos versteht, lotet dessen universelle Themen auf unerwartete Weise aus.
Mina Salehpour, die 2025 Regie führte, wird in dieser Ausgabe nicht zurückkehren. Stattdessen übernimmt Jasmin Tabatabai die Rolle der Brünhild, während Wolfram Koch zum Ensemble gehört. Die Ticketpreise reichen von 29 bis 139 Euro und bieten verschiedene Platzkategorien auf der Tribüne.
Die Festspiele geben der Nibelungen-Sage damit eine neue Bühne – nach den Aufführungen von „Siegfried der Drachentöter“ und „Hagen“ 2025 in Rheinland-Pfalz. Mit der Mischung aus britischer Innovationskraft und deutschem Kulturerbe will die Produktion das Erleben eines der prägendsten Mythen des Landes neu definieren.