DGB fordert Pflicht-Rente für alle – Arbeitgeber sollen zahlen
Margret auch SchlauchinDGB fordert Pflicht-Rente für alle – Arbeitgeber sollen zahlen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Bis Ende des Monats will der Verband detaillierte Vorschläge vorlegen. Damit soll die Versorgungslücke für rund 20 Millionen Beschäftigte geschlossen werden, die derzeit keine betriebliche Rente erhalten.
Der DGB strebt an, dass die betriebliche Altersvorsorge die gesetzliche Rente ergänzt. Nach seinen Plänen sollen Arbeitgeber einen Teil der Kosten tragen, statt die Beschäftigten allein für ihre Altersvorsorge aufkommen zu lassen. Dieses Modell orientiert sich an Systemen in anderen europäischen Ländern, wo verpflichtende Beiträge oft über 20 Prozent liegen – mit einem höheren Anteil, den in der Regel die Arbeitgeber übernehmen.
Die Verhandlungen sollen über Tarifverträge geführt werden, wobei der DGB als zentraler Verhandlungspartner agieren würde. Für Unternehmen ohne Tarifbindung schlägt der Vorschlag einen niedrigschwelligen Zugang zu bestehenden Vorsorgesystemen vor. So könnten auch Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Betrieben abgedeckt werden.
Trotz der Überzeugung der Gewerkschaft, dass der Plan fair ist, wird mit Widerstand gerechnet. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen und finanziellen Lage könnten viele Arbeitgeber zögern, zusätzliche Kosten für die Altersvorsorge zu übernehmen.
Mit seinem Vorstoß würde der DGB Millionen Beschäftigten den Zugang zur betrieblichen Altersvorsorge ermöglichen, die bisher leer ausgehen. Sollte das Modell umgesetzt werden, wären Arbeitgeberbeiträge Pflicht, und die Ausgestaltung würde über Tarifverhandlungen erfolgen. Die vollständigen Empfehlungen wird der DGB noch vor Monatsende vorlegen.






