27 June 2026, 12:13

"Debritz" am Staatstheater Karlsruhe: Klimawandel als groteske Farce mit Tiefgang

Die große Versalzung

"Debritz" am Staatstheater Karlsruhe: Klimawandel als groteske Farce mit Tiefgang

„Debritz“: Eine Farce über Klimawandel und Landflucht am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat mit Debritz ein neues Stück Premiere gefeiert, das mit Slapstick und Groteske ernsthafte Themen wie Klimawandel und den Niedergang ländlicher Regionen aufgreift. Die Inszenierung von Kaleb Erdmann überzeugt durch temporeiche Darbietungen und eine markante Bühnenbildgestaltung.

Handlungsort ist das fiktive Dorf Debritz, das mit Missernten, Bevölkerungsrückgang und mangelnder Infrastruktur kämpft. Das Bühnenbild spiegelt diese Verfallserscheinungen wider: Eine öde, braune Landschaft mit seltsamen kristallinen Gebilden deutet auf Umweltzerstörung hin.

Im Zentrum der Handlung stehen Peggy und Maik – die einzigen voll ausgearbeiteten Figuren –, gespielt von Rebecca Seidel und Jannik Süsselbeck. Sie ringt um die Entscheidung, ob sie ihre Heimat verlassen oder ihr treu bleiben sollen. Andere Charaktere wie Barbarossa oder Candy die Kerze sorgen mit absurdem Humor für farceske Momente.

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Trotz seines überzeichneten Stils bietet das Stück wenig emotionale oder intellektuelle Tiefe. Der Schluss zeigt zwei Figuren in Schutzanzügen, die verkünden, die Menschheit habe Kriege um schwindende Ressourcen längst hinter sich gelassen – eine düstere Botschaft.

Der Erfolg der Premiere liegt nicht zuletzt an den energiegeladenen Leistungen des Ensembles. Debritz dient als Fallbeispiel für die Probleme strukturschwacher Regionen Deutschlands. Die Mischung aus Komik und Mahnung hinterlässt beim Publikum ein klares, wenn auch ernüchterndes Zukunftsbild.

Quelle