07 April 2026, 18:29

Collien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt und fordert strengere Gesetze

Balkendiagramm mit der Überschrift "Internetdurchdringung bis 2030", das die projizierten Internetnutzungsprozentsätze für vier Länder in farbigen Segmenten von 0% bis 100% darstellt.

Collien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt und fordert strengere Gesetze

Schauspielerin Collien Fernandes hat sich zur wachsenden Bedrohung durch digitale Gewalt gegen Frauen geäußert. In einem aktuellen Interview mit dem Spiegel schilderte sie, wie in ihrem Namen ohne ihr Einverständnis gefälschte Profile, Deepfakes und explizite Inhalte erstellt wurden. Ihr Fall hat breite Forderungen nach strengeren gesetzlichen Schutzmaßnahmen und besserer Unterstützung für Betroffene ausgelöst.

Fernandes beschrieb, wie Betrüger ihre Fotos, Videos und erfundene erotische Geschichten nutzten, um falsche Identitäten im Internet zu verbreiten. Sie betonte, dass solche Angriffe keineswegs nur Prominente treffen – Millionen von Frauen seien täglich ähnlichen Übergriffen ausgesetzt. Viele Fälle würden nicht angezeigt, weil die Opfer Stigmatisierung fürchten oder kein Vertrauen in das Justizsystem haben.

Die Reaktion auf ihre Geschichte war sofort und überwältigend. Zehntausende meldeten sich, teilten eigene Erfahrungen und forderten Konsequenzen. Fernandes wies darauf hin, dass Deutschland im Kampf gegen digitale Gewalt hinter anderen Ländern zurückliege, und nannte Spaniens strengere Gesetze als Vorbild für Reformen.

In einer Diskussion mit der Journalistin Caren Miosga und Justizministerin Stefanie Hubig wurden die systemischen Versäumnisse bei der Bekämpfung solcher Straftaten offenbart. Miosga kritisierte, dass unklare Zuständigkeiten zwischen Tech-Plattformen, Polizei und Gerichten den Opfern den Zugang zu wirksamem Rechtsschutz verwehren. Hubig unterstrich die Dringlichkeit von Reformen und forderte längere Meldefristen, sensiblere Ermittlungen und klarere rechtliche Rahmenbedingungen.

Fernandes kritisierte zudem die mediale Fokussierung auf spektakuläre Einzelfälle, die die alltägliche Realität digitaler Gewalt verdränge. Sie forderte bessere Schulungen für die Strafverfolgungsbehörden, Präventionsprogramme an Schulen und schärfere Strafen für Täter. Ohne diese Maßnahmen, warnte sie, werde sich das Problem weiter verschärfen.

Die Forderungen nach Handlungsdruck fallen in eine Zeit, in der digitale Gewalt immer raffinierter und weiter verbreitet wird. Fernandes' Fall setzt die Politik unter Zugzwang, rechtliche Lücken zu schließen und die Opferhilfe zu verbessern. Bis dahin bleiben viele Frauen schutzlos Harassment ausgesetzt – mit kaum Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen.

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