CDU-Politiker Krings attackiert Kommission zum Prostituiertenschutzgesetz als realitätsfern
Margret auch SchlauchinCDU-Politiker Krings attackiert Kommission zum Prostituiertenschutzgesetz als realitätsfern
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Kommission scharf kritisiert. Das Gremium prüft mögliche Reformen des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes. Krings wirft der Kommission vor, ein verzerrtes Bild der Branche zu zeichnen.
Die CDU/CSU-Fraktion steht der Kommission von Anfang an skeptisch gegenüber. Krings, der auch frauenpolitischer Sprecher seiner Partei ist, bemängelt, sie sei einseitig besetzt worden. Eine derartige Schieflage habe er in den Regierungsjahren seiner Partei nicht erlebt, so der Politiker.
Ein kriminologisches Gutachten, auf das sich die Kommission stützt, kommt zu dem Ergebnis, dass ein Viertel der gemeldeten Sexarbeiter:innen einen Hochschulabschluss besitzt. Zudem seien 80 Prozent krankenversichert. Krings hält diese Zahlen für realitätsfremd – sie spiegelten lediglich eine kleine, privilegierte Minderheit der Branche wider.
Seinem Eindruck nach sind höchstens zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert. Als Beleg verweist er darauf, dass in Deutschland lediglich 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Zudem wirft Krings der Kommissionsvorsitzenden vor, in der Vergangenheit umstrittene Studien vorangetrieben zu haben, die sie nun verteidige.
Die Arbeit der Kommission basiert demnach auf Daten, die die Lebensrealität der meisten Sexarbeiter:innen in Deutschland nicht abbilden. Krings besteht darauf, dass die Schlussfolgerungen des Gremiums auf einer schmalen und nicht repräsentativen Grundlage beruhen. Die Debatte über eine Reform des Prostituiertenschutzgesetzes bleibt damit weiter umstritten.
