08 May 2026, 06:19

Bundesweite Razzien enthüllen massive Arbeitsrechtsverstöße bei Paketdiensten wie Amazon und Hermes

Papier-Paketaufkleber für Sutton & Co's Dispatch Line, eine Clipper-Schiffsroute nach San Francisco.

Bundesweite Razzien enthüllen massive Arbeitsrechtsverstöße bei Paketdiensten wie Amazon und Hermes

Bundesweite Razzia in Deutschlands Paketdienst-Branche deckt flächendeckende Arbeitsrechtsverstöße auf

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Bei einer landesweiten Kontrollwelle im Paketliefersektor sind massenhafte Verstöße gegen Arbeitsrechte aufgedeckt worden. Zollbeamte entdeckten illegale Beschäftigungspraktiken, darunter Schwarzarbeit und unbezahlte Überstunden. Die Überprüfungen richteten sich gegen große Unternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD, die für ihre Lieferdienste stark auf Subunternehmer setzen.

Mehr als 2.900 Zollmitarbeiter führten bundesweit Razzien durch. Dabei stellte sich heraus, dass viele Fahrer ohne gültige Arbeitsverträge oder erforderliche Genehmigungen tätig waren. In einem Fall wurde in Köln ein 39-jähriger Türke ohne legale Arbeitserlaubnis erwischt.

Die Arbeitsbedingungen der Fahrer waren oft prekär: Einige besaßen nicht einmal die Transporter, mit denen sie fuhren, sondern mieteten sie zu hohen Kosten von ihren Arbeitgebern an. Andere leisteten lange Arbeitszeiten – inklusive Überstunden und Ladezeiten – ohne Bezahlung und verdienten so weniger als den Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Viele kannten ihre Rechte nicht, da sie über ein komplexes Geflecht von Subunternehmern eingestellt worden waren.

Die Vorfälle haben eine Debatte ausgelöst. Die Gewerkschaft Verdi fordert ein vollständiges Verbot von Subunternehmern in der Branche und argumentiert, dass dieses System Ausbeutung begünstige. Der Branchenverband BPEX verteidigt dagegen die Praxis und behauptet, Subunternehmer seien für ein nachhaltiges Wachstum unverzichtbar.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat schärfere Maßnahmen angekündigt. Schon seit Jahren dokumentieren Behörden Arbeitsrechtsverstöße in dem Sektor – die jüngsten Erkenntnisse unterstreichen nun die Forderungen nach konsequenterer Durchsetzung der Gesetze.

Die Kontrollen haben tief verwurzelte Missstände im deutschen Paketliefernetz offenbart. Da große Konzerne auf Subunternehmer setzen, bleiben Arbeiter weiter von Ausbeutung und Lohnbetrug betroffen. Die Regierung hat nun versprochen, die Kontrollen zu verschärfen und Arbeitsgesetze strenger durchzusetzen.

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