Bundesregierung verlängert Microsoft-365-Vertrag trotz Preiserhöhungen um ein Jahr
Maximilian SchönlandBundesregierung verlängert Microsoft-365-Vertrag trotz Preiserhöhungen um ein Jahr
Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag für Microsoft 365 trotz steigender Kosten um ein weiteres Jahr verlängert. Die Vereinbarung, die ursprünglich im Juni 2026 auslaufen sollte, gilt nun bis zum 30. Juni 2027. Nutzer im öffentlichen Sektor müssen ab Juli 2026 mit Preiserhöhungen von bis zu 13 Prozent rechnen.
Der Rahmenvertrag ermöglicht es Bundesbehörden und Fördermittelempfängern, Microsoft-Produkte weiterhin ohne Verpflichtung zu nutzen. Allein im Jahr 2022 gaben diese Stellen fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus. Die Regierung betont, dass die Verlängerung das Bundesbudget nicht spürbar belasten werde.
Kritiker werfen der Regierung vor, mit diesem Schritt die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen weiter zu festigen. Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, bezeichnete die Entscheidung als vertane Chance, um die Abhängigkeit zu verringern. Unterdessen hat Frankreich Fortschritte bei der Umstellung von Behörden auf alternative Software gemacht und im April einen Übergangsplan vorgestellt.
Die Vertragsverlängerung bedeutet, dass deutsche Behörden Microsoft weiterhin bezahlen müssen – trotz der steigenden Preise. Zwar bietet die Vereinbarung praktische Vorteile, schreibt die Nutzung von Microsoft aber nicht zwingend vor und lässt damit Spielraum für mögliche Änderungen in der Zukunft.
Mit der einjährigen Verlängerung bleibt Microsoft 365 die Standardlösung für Behörden des öffentlichen Sektors in Deutschland. Die höheren Kosten ab Mitte 2026 müssen die Behörden tragen, doch die Regierung relativiert die finanziellen Auswirkungen. Die Entscheidung steht im Kontrast zu Frankreichs Bestrebungen nach digitaler Souveränität.






