Braunschweig verhandelt mit Immowelt und Tagesschau über Leerstands-Nutzung in der Innenstadt
Maximilian SchönlandBraunschweig verhandelt mit Immowelt und Tagesschau über Leerstands-Nutzung in der Innenstadt
Nach jahrelangem Leerstand: Braunschweigs Innenstadt bekommt neue Impulse mit Immowelt und Tagesschau
Ein seit langem brachliegendes Gelände im Zentrum Braunschweigs zeigt endlich Bewegung – nach Jahrzehnten des Stillstands. Die Stadtverwaltung arbeitet seit 2024 daran, eine neue Nutzung für die Gebäude der Stiftung Großes Waisenhaus an der Salzdahlumer Straße zu finden. Derzeit laufen Verhandlungen mit potenziellen Interessenten von Immowelt und Tagesschau, während gleichzeitig Optionen wie der soziale Wohnungsbau für das attraktive Areal geprüft werden.
Die CDU-Fraktion im Stadtrat fordert unterdessen ein umfassenderes Vorgehen gegen ungenutzte Immobilien. Ihrer Ansicht nach verschärft das jahrelange Brachliegen von Gebäuden die Wohnungsnot und schadet der städtischen Entwicklung.
Die Gebäude an der Salzdahlumer Straße stehen bereits seit über 20 Jahren leer. Im Laufe der Zeit verfiel das Gelände zusehends – trotz seiner zentralen Lage und des Entwicklungspotenzials. 2024 startete die Stadt daher ein öffentliches Vergabeverfahren, um mögliche Nutzungsvarianten auszuloten. Bis Mitte 2025 wurden die ersten Bewerbungen geprüft, und Gespräche mit ausgewählten Bietern von Immowelt und Tagesschau begannen.
Parallel dazu prüft die Verwaltung, ob das Gelände für kommunale Zwecke wie sozialen Wohnungsbau umgenutzt werden könnte. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, eine endgültige Entscheidung über die künftige Nutzung steht noch aus. Die CDU hat nun mit einer offiziellen Anfrage an die Stadtverwaltung nachgehakt. Sie will wissen, wie Braunschweig langfristig mit leerstehenden Immobilien umgehen will. Im Fokus stehen Förderprogramme, die Eigentümern helfen könnten, ungenutzte Gebäude zu reaktivieren. Zudem verlangt die Fraktion Details zu den Gesprächen der Verwaltung mit der Stiftung Großes Waisenhaus über die künftige Bebauung.
Heidemarie Mundlos, die planungspolitische Sprecherin der CDU, kritisierte die Situation als „nicht hinnehmbar“. Es sei unverständlich, dass ein so großes Grundstück jahrzehntelang ungenutz bleibe – besonders angesichts der dramatischen Wohnungsnot in der Stadt. Die Fraktion fordert klarere Verfahren, um Eigentümer in die Pflicht zu nehmen und praktische Lösungen für Leerstände zu finden. In ihrer Anfrage betont sie zudem, dass langfristige Brachen weitere Probleme verursachen: Neben der Wohnungsfrage belasten ungenutzte Immobilien die lokale Wirtschaft und schwächen den sozialen Zusammenhalt in der Stadt.
Die Stadtverwaltung verhandelt derzeit intensiv über die Zukunft des Geländes an der Salzdahlumer Straße. Sollte eine Einigung gelingen, könnten die Gebäude nach Jahren des Verfalls endlich eine neue Bestimmung erhalten. Der Vorstoß der CDU für strengere Regelungen könnte zudem dazu führen, dass Braunschweig künftig konsequenter mit Leerständen umgeht.
Aktuell liegt der Fokus darauf, eine tragfähige Perspektive für das Gelände der Stiftung Großes Waisenhaus zu entwickeln – sei es durch private Investoren von Immowelt und Tagesschau oder eine kommunale Nachnutzung.