20 March 2026, 18:20

Braunschweig kämpft weiter gegen illegales Gehwegparken trotz tausender Verstöße

Stadtstraße mit Fahrzeugen, Fußgängern, Strommasten, Gebäuden, Bäumen, einer Brücke, einer Ampel und einem bewölkten Himmel.

Braunschweig kämpft weiter gegen illegales Gehwegparken trotz tausender Verstöße

Illegales Parken auf Gehwegen bleibt in Braunschweig ein hartnäckiges Problem – trotz klarer Verkehrsregeln. Zwar hat die Stadtverwaltung in einigen Bereichen bereits Maßnahmen ergriffen, doch viele Autofahrer blockieren weiterhin Fußgängerwege. Lokale Politiker und Anwohner fordern nun strengere Kontrollen und bessere Lösungen.

Nach der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ist das Parken oder Halten auf Gehwegen grundsätzlich verboten, sofern keine Schilder es ausdrücklich erlauben. Ausnahmen gelten lediglich für halbaufgebaute oder senkrechte Parkflächen in ausgewiesenen Zonen. Selbst dort verringern Fahrzeuge jedoch oft die vorgeschriebene Mindestbreite von 1,80 Metern, was den Durchgang für Fußgänger erschwert.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat das Problem aufgegriffen und verweist auf häufige Verstöße in Straßen wie der Karl-Marx-Straße, der Georg-Westermann-Allee und am Wilhelmitorwall. Die kommunale Parkraumüberwachung registrierte allein in den Jahren 2024 und 2025 jeweils rund 5.000 Fälle von illegalem Gehwegparken. Daten für 2023 liegen hingegen nicht vor.

Die Stadtverwaltung lehnt physische Barrieren wie Pollern oder Betonabweiser ab – mit Verweis auf Sicherheitsrisiken und mögliche Behinderungen für die Barrierefreiheit. Stattdessen setzen neuere Straßenplanungen auf einen sogenannten "Überstandsstreifen" – eine Pufferzone, die es parkenden Fahrzeugen ermöglicht, leicht auf den Gehweg zu ragen, ohne ihn vollständig zu blockieren. Zudem werden in Sanierungsprojekten breitere Gehwege priorisiert, wobei Planer jedoch den begrenzten Platz zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autoverkehr abwägen müssen.

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Die Stadt sieht keinen Bedarf für eine stadtweite Strategie, da es keine breite öffentliche Nachfrage gebe. Stattdessen behandeln die Bezirksräte die Parkprobleme vor Ort, sodass Lösungen und Kontrollen je nach Stadtteil unterschiedlich ausfallen.

Obwohl Braunschweig tausende Verstöße geahndet hat, bleibt das Problem in mehreren Gebieten bestehen. Neue Straßenkonzepte sollen die Konflikte entschärfen, doch der Spagat zwischen Mobilitätsbedürfnissen und Fußgängersicherheit bleibt. Vorerst setzt man auf dezentrale Lösungen – eine einheitliche Linie für die ganze Stadt gibt es nicht.

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