05 February 2026, 22:54

BP startet Bau des größten grünen Wasserstoffwerks in Lingen bis 2027

Ein großes Gebäude mit einem grünen Zaun davor, umgeben von einer Straße, Gras, Bäumen, Laternenmasten und einer Tafel, unter einem bewölkten Himmel, das als Hauptsitz von Electrovictoria dient.

BP startet Bau des größten grünen Wasserstoffwerks in Lingen bis 2027

BP gibt Startschuss für großes Grün-Wasserstoff-Werk in Lingen

BP hat grünes Licht für den Bau einer großen Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff in Lingen (Deutschland) gegeben. Die Anlage, die zum größten Wasserstoffprojekt des Konzerns werden soll, wird ab 2027 jährlich bis zu 11.000 Tonnen Wasserstoff erzeugen. Mit dem Bau soll Ende 2024 begonnen werden; die Montage- und Installationsarbeiten übernimmt Bilfinger im Rahmen eines Konsortiums.

Das 100-Megawatt-Werk entsteht auf einem 34.000 Quadratmeter großen Gelände neben der bestehenden BP-Raffinerie. Es ist ein zentraler Baustein des von der EU geförderten Wasserstoffnetzwerks und soll Industriekunden mit klimafreundlicheren Brennstoffalternativen versorgen.

Die finale Investitionsentscheidung für das Projekt Lingen Green Hydrogen (LGH2) traf BP im Dezember 2024. Die 100-Millionen-Euro-Elektrolyseanlage nutzt die Protonenaustauschmembran-Technologie (PEM) und umfasst 20 Stack-Einheiten, deren Lieferung für 2026 geplant ist. Die Installation erfolgt schrittweise, wobei die Anlage an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz angebunden wird.

Bilfinger ist unter anderem für die Vorfertigung und Montage von Rohrleitungen, die Installation von Klima- und Lüftungssystemen sowie die Anwendung von thermischer und kryogener Isolierung zuständig. Parallel arbeitet das Unternehmen an einem weiteren 100-MW-Elektrolyseur für RWE auf demselben Gelände – beide Projekte werden über das EU-Förderprogramm IPCEI (Important Projects of Common European Interest) finanziert. Bilfinger-CEO Thomas Schulz bezeichnete den BP-Auftrag als "strategischen Meilenstein", der die Position des Unternehmens im Bereich nachhaltiger Energielösungen stärke.

Das Lingen-Projekt ist eines von über 20 großen Wasserstoffvorhaben, die bis 2026 in Deutschland realisiert werden sollen. Während einige Projekte Verzögerungen erfahren, machen andere – etwa in Emden, Oberbayern und Chemnitz – Fortschritte. Die LGH2-Anlage wird direkt die Raffinerieaktivitäten von BP unterstützen und gleichzeitig Wasserstoff in die GET H2-Infrastruktur einspeisen, die darauf abzielt, die CO₂-Emissionen der Industrie zu senken.

Mit den ersten Baumaschinen vor Ort wird Anfang 2025 gerechnet. Nach der Inbetriebnahme wird die Anlage einen Beitrag zu Deutschlands Ziel leisten, die Produktion von grünem Wasserstoff für Schwerindustrie und Verkehr auszubauen.

Ab 2027 soll das Werk in Lingen die Wasserstoffproduktion aufnehmen und bei voller Kapazität 11.000 Tonnen pro Jahr liefern. Durch die Anbindung an das GET H2-Netz kann der Wasserstoff direkt an Raffinerien und andere Industriekunden geliefert werden. Das Projekt markiert einen weiteren Schritt hin zum Ersatz von fossilem durch erneuerbaren Wasserstoff im Rahmen der deutschen Energiewende.