Blutdruckmittel Nitrendipin bleibt knapp – Patienten müssen bis 2026 warten
Janos PieperBlutdruckmittel Nitrendipin bleibt knapp – Patienten müssen bis 2026 warten
Anhaltender Engpass bei Nitrendipin: Blutdruckpatienten in Deutschland weiter betroffen
Ein anhaltender Lieferengpass bei Nitrendipin, einem weit verbreiteten Blutdruckmittel, belastet weiterhin Patienten in Deutschland. Der Wirkstoff, der zur Gruppe der Kalziumkanalblocker gehört, ist seit dem vergangenen Sommer nur eingeschränkt verfügbar – bei einigen Darreichungsformen ist vorerst keine Besserung in Sicht.
Nitrendipin wirkt, indem es den Kalziumeinstrom in die glatten Muskelzellen der Blutgefäße hemmt. Dadurch bleiben die Arterien entspannt, was zur Senkung des Blutdrucks beiträgt. Allerdings ist das Medikament nicht für Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem kürzlichen Herzinfarkt geeignet.
Betroffen sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierungen, wobei mehrere Hersteller Schwierigkeiten haben, die Nachfrage zu decken. Aristo, einer der wichtigsten Produzenten, meldete Produktionsprobleme und rechnet damit, dass die 20-mg-Variante erst Ende 2026 wieder verfügbar sein wird. Ratiopharm und Aliud Pharma planen hingegen, die Lieferung der 20-mg-Tabletten bis Ende März wiederaufzunehmen, während AbZ mit einer Rückkehr zur regulären Auslieferung bis Ende Mai rechnet.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) führt Nitrendipin bereits seit dem vergangenen Jahr auf der Liste der anhaltenden Arzneimittelknappheiten. Das Problem beschränkt sich jedoch nicht auf diesen Wirkstoff: Auch andere ältere Medikamente sind von Lieferengpässen betroffen. In der Folge greifen Ärzte zunehmend auf Alternativen wie Amlodipin oder Lercanidipin zurück, die derselben Wirkstoffklasse angehören. Verschreibungsdaten zeigen einen deutlichen Rückgang bei Nifedipin, einem weiteren Kalziumkanalblocker, da mindestens vier große Hersteller – darunter Aristo, Ratiopharm, Aliud und AbZ – weiterhin mit Lieferproblemen kämpfen.
Aufgrund der anhaltenden Knappheit müssen sich Patienten vorerst auf alternative Behandlungen einstellen. Während einige Hersteller die Versorgung in den kommenden Monaten wiederherstellen wollen, reichen die Verzögerungen bei anderen bis Ende 2026. Die Situation unterstreicht die größeren Herausforderungen bei der sicheren Versorgung mit essenziellen Medikamenten.






