BAföG-Reform verschoben – doch KI-Chatbot soll Antragsverfahren 2024 erleichtern
Elsa JunckBAföG-Reform verschoben – doch KI-Chatbot soll Antragsverfahren 2024 erleichtern
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat bestätigt, dass die geplante BAföG-Reform in Deutschland voraussichtlich verschoben wird. Die ursprünglich für das Wintersemester 2026/27 vorgesehenen Änderungen stoßen innerhalb der Regierungskoalition auf Widerstand. Gleichzeitig soll noch in diesem Jahr ein neuer KI-Chatbot für BAföG-Anträge eingeführt werden.
Die BAföG-Reform, die die Studienförderung modernisieren sollte, stockt aufgrund umfassender Haushaltskürzungen. Bär räumte ein, dass andere Sparmaßnahmen – etwa bei der Pflegeversicherung und beim Elterngeld – derzeit Vorrang hätten. Die Verzögerung der Reform sei angesichts der aktuellen finanziellen Lage nachvollziehbar, so die Ministerin.
Zudem betonte Bär, dass studierende Nebenjobber kein Problem darstellten. Das deutsche Hochschulsystem bezeichnete sie als „hochprivilegiert“, da es keine Studiengebühren gebe und die Studienplätze staatlich finanziert würden. Ihrer Meinung nach sollten Studierende, wo möglich, selbst zu ihrer Ausbildung beitragen.
Auf einer anderen Ebene kündigte Bär Fortschritte bei der Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes an. Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit in Abstimmung mit den Bundesländern und relevanten Akteuren; die Verhandlungen verlaufen laut Angaben reibungslos. Ziel der Reform ist es, die Jobperspektiven für Wissenschaftler mit befristeten Verträgen zu verbessern.
Um BAföG-Anträge zu vereinfachen, wird demnächst ein KI-gestützter Chatbot in das Portal bafoeg-digital integriert. Das Tool soll Studierende durch die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen führen und mit einem bestehenden BAföG-Rechner verknüpft werden, der anonym und unverbindlich die voraussichtliche Förderung berechnet.
Während die Verzögerung der BAföG-Reform Studierende vorerst ohne aktualisierte finanzielle Unterstützung lässt, wird der KI-Chatbot nach seinem Start im Laufe des Jahres 2024 zumindest für mehr Klarheit im Antragsverfahren sorgen. Die Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes hingegen kommt voran – die Abstimmungen mit den Bundesländern laufen bereits.






