Ausgelaufenes Bleiberechtsgesetz wirft Zehntausende in rechtliche Unsicherheit zurück
Margret auch SchlauchinAusgelaufenes Bleiberechtsgesetz wirft Zehntausende in rechtliche Unsicherheit zurück
**Deutschlands inzwischen ausgelaufenes Bleiberechtsgesetz ermöglichte rund 140.000 langjährigen Geduldeten den Ausstieg aus jahrelanger rechtlicher Unsicherheit. Das einmalige Gesetz, das im Rahmen umfassenderer Migrationsreformen eingeführt wurde, bot denen, die strenge Kriterien erfüllten, einen Weg in einen regulären Aufenthaltsstatus. Doch ohne eine Verlängerung in Aussicht stehen viele nun erneut vor einer ungewissen Zukunft.
Das Gesetz entstand 2020 als Kompromiss der Koalition und richtete sich an gut integrierte Geduldete, die ein gesichertes Einkommen und eine nachgewiesene Identität vorweisen konnten. Es gewährte ihnen zunächst einen Aufenthaltstitel inklusive Arbeitserlaubnis, was ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichterte. Bis April 2025 hatten etwa die Hälfte der Berechtigten – rund 70.000 Menschen – auf diesem Weg einen dauerhaften Status erhalten.
Kritiker bemängelten jedoch die engen Voraussetzungen. Alleinerziehende, Kranke, Menschen mit Behinderungen oder Analphabeten hatten Schwierigkeiten, die Fristen für die Beschäftigungsnachweise einzuhalten. Zudem waren all jene ausgeschlossen, die erst nach dem festgelegten Stichtag in den Geduldetenstatus gerieten – neuere Zugewanderte blieben damit ohne Perspektive.
James Taylor, ein ehemaliger Geduldeter, zählt zu den Erfolgsgeschichten. Nach der Klärung seiner Identität und der Sicherung eines Arbeitsplatzes erhielt er eine reguläre Aufenthaltserlaubnis. Doch sein Fall blieb für viele, denen solche Chancen fehlten, die Ausnahme.
Politische Gräben verhinderten letztlich eine Verlängerung. Während die SPD auf eine Fortführung des Gesetzes drängte – es habe sich bewährt –, lehnten die Unionsparteien dies ab und warnten vor einer möglichen Zunahme irregulärer Migration. Ihr vorgeschlagener Ersatz, der noch diskutiert wird, gilt als deutlich weniger umfassend.
Mit dem Auslaufen des Gesetzes kehren nun strengere Regeln für Geduldete zurück. Künftige Antragsteller müssen künftig vor Erhalt auch nur einer probeweisen Erlaubnis einen Arbeitsplatz vorweisen – eine Umkehr des bisherigen Systems. Ohne eine neue Einigung drohen Zehntausende wieder in die rechtliche Grauzone abzurutschen.