Asse-Endlager: Rückholung von 126.000 Atommüll-Fässern auf unbestimmte Zeit verschoben
Maximilian SchönlandVerwahrte Nuklearmüll-Lagerstätte Asse - Beginn der Bergung verschoben - Asse-Endlager: Rückholung von 126.000 Atommüll-Fässern auf unbestimmte Zeit verschoben
Die Bergung von 126.000 Fässern mit radioaktivem Abfall aus dem deutschen Endlager Asse ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das gesetzlich vorgeschriebene Stilllegungsvorhaben steht nun vor erheblichen Rückschlägen, da technische und finanzielle Herausforderungen weiterhin ungelöst sind.
Die Anlage Asse, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren genutzt wurde, lagert etwa 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall in 13 unterirdischen Kammern. Ein 2020 von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) vorgelegter Plan sah vor, die Rückholung ab 2033 zu beginnen – mit geschätzten Kosten von über drei Milliarden Euro. Doch dieser Entwurf blieb ein grobes Konzept ohne detaillierte technische und finanzielle Planung.
Seither sind die Kosten dramatisch gestiegen. Die Bundesregierung rechnet nun mit Gesamtinvestitionen von über 10 Milliarden Euro bis 2070, wobei allein die erste Phase (2025–2030) rund 1,2 Milliarden Euro erfordern wird. Die Finanzierung wird aufgeteilt: 90 Prozent übernimmt der Bund, 10 Prozent das Land Niedersachsen. Technische Hindernisse wie Korrosionsschäden und instabile Salzgesteinsformationen haben die Ausgaben in die Höhe getrieben und den Zeitplan verzögert.
Die BGE räumte ein, dass sie derzeit keinen neuen Starttermin für die Bergung nennen kann. Anhaltende Unsicherheiten – etwa strukturelle Risiken und Finanzierungslücken – machen frühere Zeitpläne undurchführbar. Eine Aktualisierung der Planung wird für April erwartet, doch verbindliche Zusagen gibt es nicht.
Die unbestimmte Verzögerung bedeutet, dass die Stilllegung von Asse in der Schwebe bleibt. Bei prognostizierten Kosten von über 10 Milliarden Euro und ohne klaren Fahrplan steht die Bergungsaktion vor einem langwierigen Stillstand. Die BGE prüft weiterhin Optionen, doch kurzfristige Lösungen sind nicht in Sicht.