Apothekenreform 2026: Warum die Branche gegen das ApoVWG kämpft
Maximilian SchönlandApothekenreform 2026: Warum die Branche gegen das ApoVWG kämpft
Pharmazie-Reform in Deutschland: Streit um Apothekenreform (ApoVWG) eskaliert
Die geplante Apothekenreform, bekannt als Apothekenreformgesetz (ApoVWG), sorgt seit März 2026 für heftige Diskussionen. Der Gesetzentwurf, den das Kabinett im Dezember 2025 verabschiedet hatte, wird nun im Bundestag beraten – die finale Abstimmung ist für den 16. April angesetzt. Unterdessen demonstrierten am 23. März tausende Apotheken für höhere Festbeträge und erweiterte Aufgaben für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA).
Die Reform knüpft an frühere gescheiterte Versuche an, hat aber unter Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) politischen Rückenwind erhalten. Zu den zentralen Vorhaben zählen die Erhöhung der Festbeträge von 8,35 auf 9,50 Euro pro Rezept, die Zulassung von PTA-Vertretungen sowie die Genehmigung von Filialapotheken. Doch der Widerstand bleibt massiv: Landesregierungen, Krankenkassen wie die AOK und Ärzteverbände warnen vor steigenden Kosten und einer Kompetenzüberschreitung der Apotheker – etwa bei Impfungen und Tests.
Vor den parlamentarischen Anhörungen besuchte die SPD-Abgeordnete Rasha Nasr, die selbst keine Fachkenntnisse in Gesundheitspolitik hat, die Knut-Apotheke in Dresden, um die Branchenprobleme besser zu verstehen. Inhaber Michael Gäbe betonte, das aktuelle Vergütungssystem gefährde die Servicequalität und Patientensicherheit. Die Ausweitung der PTA-Aufgaben ohne Personalausbau könne die Versorgungsstandards sogar verschlechtern, so Gäbe.
Er verwies zudem auf die Rolle der Apotheken als Verbraucherschützer: Durch Fachwissen über Arzneimittel würden gefährliche Wechselwirkungen verhindert und andere Gesundheitsdienste entlastet. Nasr nahm die Bedenken auf und versprach, sie nach Berlin zu tragen. Nun hängt der Erfolg der Reform davon ab, ob sie die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit der Apotheken mit den Anforderungen des Gesundheitssystems in Einklang bringt.
Kritiker, darunter Krankenkassen, schätzen die Mehrkosten auf bis zu eine Milliarde Euro, während Ärzte die erweiterten Apothekenkompetenzen ablehnen. Trotz des Widerstands scheint die Regierung entschlossen, die Reform durchzusetzen – die Bundestagsentscheidung steht Mitte April bevor.
Das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob Apotheken höhere Zahlungen und mehr Verantwortung erhalten. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte es ihre Rolle im Gesundheitssystem neu definieren – doch finanzielle und berufspolitische Konflikte bleiben ungelöst. Die Abstimmung am 16. April wird die Weichen für die Zukunft der deutschen Apothekenbranche stellen.






