Apotheken setzen auf digitale Preispolitik für mehr Gewinn und Transparenz
Maximilian SchönlandApotheken setzen auf digitale Preispolitik für mehr Gewinn und Transparenz
Deutsche Apotheken stehen unter wachsendem finanziellen Druck – viele überdenken daher ihre Preispolitik. Wie Marktanalysen der ABDA und von IQVIA für 2025 zeigen, setzen mittlerweile 35 bis 40 Prozent der rund 19.000 Apotheken in Deutschland auf strukturiertes, digitales Preismanagement für rezeptfreie Medikamente. Das entspricht 6.650 bis 7.600 Standorten und deutet auf einen klaren Trend in der Branche hin.
Jahre lang orientierten sich viele Apotheken bei der Preisgestaltung für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel an veralteten Mustern – ohne diese regelmäßig zu überprüfen. Dadurch blieben Umsatzchancen oft ungenutzt, und die Margen blieben intransparent. Der Apothekenberater Robert Fries rät Betrieben nun, sich stärker auf diese Produkte zu konzentrieren, um die Erträge zu steigern – statt auf politische Reformen zu warten.
Digitale Preismanagement-Systeme bringen hier dringend benötigte Transparenz: Sie zeigen auf, welche Produkte tatsächlich Gewinne abwerfen und wo Verluste entstehen. Durch regelmäßige Anpassungen der Preise können Apotheken finanzielle Spielräume schaffen, ohne das Vertrauen der Kunden zu gefährden.
Fries betont zudem die Bedeutung klarer interner Abläufe. Ohne strukturierte Prozesse drohen Preisänderungen im Tagesgeschäft wirkungslos zu verpuffen. Neben der Preispolitik spielt auch zielgerichtetes Marketing eine Schlüsselrolle: Durch nachvollziehbare und gut kommunizierte Preise lassen sich Bewusstsein und Kundentreue stärken.
Ziel ist es, die Betriebsabläufe zu optimieren, während man auf mögliche Erhöhungen der Rezeptgebühren wartet. Fries warnt jedoch davor, sich allein auf politische Weichenstellungen zu verlassen. Stattdessen plädiert er für proaktive Strategien in den Bereichen Preispolitik, Organisation und Kundenbindung.
Angesichts zunehmender finanzieller Belastungen setzen immer mehr Apotheken auf digitale Tools und strategische Preisgestaltung, um ihre Zukunft zu sichern. Der Umstieg auf strukturierte Systeme für rezeptfreie Medikamente bietet eine Chance, die Einnahmen zu stabilisieren und die Abläufe effizienter zu gestalten. Mit wachsender Verbreitung bleibt die Herausforderung, Profitabilität und Kundenzufriedenheit in einem hart umkämpften Markt in Einklang zu bringen.






